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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 7)

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ähnlich gemusterte gewebte Tapeten aus dieser Zeit, insbesondere eine

zu Assisi befindliche, mit denselben drei Eichlaubkränzen, unter deren

Füllungen sich Cardinalinsignien befinden sollen. Man wird also bis zu

dem Augenblicke, da die vormalige Existenz einer spanischen Teppichknüpferei

 mit entscheidenden Gründen außer Zweifel gesetzt erschiene,

in dem vorliegenden Falle als das Wahrscheinlichste eine orientalische

Arbeit nach italienischer Vorlage annehmen, oder doch wenigstens die

Frage der Provenienz vorläufig dahingestellt sein lassen müssen.

Die Betrachtung der ausgestellten m 0 d er ne n Teppiche unter

historischen Gesichtspunkten bestätigt für's Erste die Wahrnehmung, die

man schon früher hinsichtlich der Musterung moderner orientalischer

Teppiche im Allgemeinen gemacht hat: dass nämlich die von Nomaden

erzeugten Teppiche nicht die uniforme sarazenische Rankenornamentik,

sondern geometrische Motive, oder auch Menschen und Hausthiere in

geometrischer Stilisirung zur Schau tragen. Wo Ausnahmen vorkommen,

dort scheinen die besonderen, in diesen Fällen obwaltenden Verhältnisse

nur die Regel zu bestätigen. Ein recht lehrreiches Beispiel dieser Art

liefern die Kaschkai-Teppiche, die zwar noch heute von türkischen Nomaden

 erzeugt werden, aber ihrer Vorzüge halber schon seit längerer

Zeit in Persien selbst ein Gegenstand des Luxus geworden sind. Wir

treffen nun an diesen"Teppichen einerseits das rein geometrische Aschkali-Muster,

 das wir zum Theil auch bei einzelnen Stämmen am kaspischen

Meer wiederfinden, anderseits vegetabiliscbe Musterung, insbesondere versetzt

 gereihte Palmwipfel, was zweifellos auf Beeinflussung seitens der

persischen Kunden zurückzuführen ist. Den geometrischen Charakter am

reinsten haben sich die Turkmenen in ihren Teppichen bewahrt.

Ferner spielt das geometrische Element eine sehr große Rolle bei

jenen Teppichen, die wir im Allgemeinen als kaukasische zu bezeichnen

pflegen, weil sie nördlich und südlich vom Kaukasus angefertigt werden.

Aber so zahlreich und vielsprachig die daselbst angesiedelten Stämme,

ebenso vielgestaltig sind die von ihnen erzeugten Teppiche. Die Ausstellung

 hat hievon reichliche Proben beigebracht, aber doch nicht so

viele, um das Gebiet auch nur annäherungsweise vollständig uud gründlich

 kennen zu lernen, worauf angesichts des ebenso umfangreichen als

verwickelten Materials und der von Ost und West, Nord und Süd einander

 kreuzenden Einflüsse von vornherein verzichtet werden musste.

Eine Gruppe von modernen kaukasischen Teppichen ist deshalb

von besonderem historischen Interesse, weil sie die seinerzeit von Julius

Lessing geäußerte Ansicht bestätigt, dass die Originale der meisten in

desselben Verfassers Altorientalischen Teppichrnustern publicirten Teppichabbildungen

 nach abendländischen Gemälden des 15. und 16. Jahrhunderts

 in der Umgebung des Kaukasus gefertigt worden seien. Es kann

in der That nicht Zufall sein, dass sich die gewöhnlich für kufische

Schriftzüge erklärten Bordürenmuster der meisten jener Teppichbilder
            
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