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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 9)

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Serbinnen producirt wird, so dürfte sie darnach genannt worden sein,

ohne dass man den arabischen Namen dafür kannte.

Der Name vÖeuaru bedeutet dasselbe. Wie mir Prof. Karabacek

erzählte, bezeichnet das arabische Kenar einen Streifen, daher Kenar wie

Sarb - gestreifte Leinwand. Und Misir? Liegt in diesem Namen nicht

die alte Tradition, welche stets eine lebendige Erinnerung aufrecht erhielt,

dass dieses Gewebe aus Aegypten, aus "Misirn zu uns gekommen?

Die Fülle der Thatsachen berechtigt also zum Schlusse, dass die

Ornamentik der Südslaven sowohl als die verwandte Ornarnentik anderssprachiger

 Völker auf die Ornamentation der Gewebe der Culturvölker

des Alterthumes zurückzuführen sei.

Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit

demselben verbundenen Institute.

Ernennung. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den

mit den Secretariatsgeschäften des Oesterr. Museums betrauten Dr. Eduard

Leisching zum Custosadjuncten an dieser Anstalt ernannt.

Personalnaohriohten. Der Director des k. k. Oesterr. Museums,

Hofrath v. Falke, ist von seinem Urlaube zurückgekehrt und hat die

Leitung des Museums wieder übernommen. - Der Vice-Director, Reg.-Rath

 Bruno Bucher, hat einen sechswöchentlichen Urlaub angetreten.

Weihnaohts-Ausstellung im Oesterr. Museum. Der Wiener

Kunstgewerbeverein veranstaltet in der Zeit vorn 28. November d. l.

bis inclusive 6. Januar 1892 abermals eine Ausstellung der österreichischen

 Kunstgewerbe, an welcher auch Nichtmitglieder Theil nehmen

können. Die ausführlichen Programme nebst Anmeldungsformularien sind

beim Portier des Museums und in der ständigen Ausstellung des Wiener

Kunstgewerbevereines unentgeltlich zu beziehen. Die Anmeldungen sind

an die Adresse: nWeihnachts-Ausstellung des Wiener Kunstgewerbevereines

 zu Hunden des Herrn Dr. Leischingu zu richten; der Anmeldungstermin

 läuft am 14. October ab.

Neu ausgestellt. Saal l: Chinesischer Buchdeckel in Silberfiligrany kleines silbernes

 Kelchgefeß mit hebräischer Inschrift aus der Synagoge zu Kobersdorf in Ungarn.

Saal Vll: Drei Ledereinbände mit Goldpressung aus dem 16. Jahrh., einer derselben

bemalt und verziert mit dem Wappen der Tudors. der andere mit dem Monogrnmm

Heinrich II. von Frankreich, der dritte mit der Devise des Canevari; Stein- und Metallärzungen

 für bau- und kunsrgewerbliche Zwecke von Hugo Würbel in Wien.

Besuch das Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monat

August von 691a, die Bibliothek von m43 Personen besucht.

Litteratur-Bericht.

Erudes sur Yorfevrerie frangaise au XVIIIM siecle. Les Germain, orfövressculpteurs

 du roy, par Germain Bapst. Ouvrage ornä de 90 gravures.

8". XXXI, 254. S. Paris, Rouam et Co. 1891. M. 15.

In vorliegender Studie bereichert der Verfasser die Litteratur über französische

Golduchmiedekunst um eine durchaus gediegene, auf gründlicher Kenntniss beruhende

Jahrg. 1891. 13
            
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