Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 12)

519

die Copien der berühmten Malereien von Benihassan (für die Nachbildung

dieses Grabes auf der Wiener Ausstellung 1873 angefertigt) verwendet.

Die ersten vier Säle bergen namentlich Grabstelen, Sarkophage, Mumien,

Todtenstatuetten, die andern ebenfalls noch Götterbilder und kleinere

Gegenstände der verschiedensten Art, alles so viel als möglich nach

der Zeit geordnet.

In der Sammlung von Werken des classischen Alterthums ragen

bekanntlich die Vasen und die geschnittenen Steine hervor. Die Vasen

füllen zwei Säle, VII und VIII; beginnend mit primitiven Gefäßen von

Cypern, vergegenwärtigen sie in gewählten Beispielen den ganzen Entwickelungsgang

 der antiken Keramik: gedämpfte Gefäße und Geräthe aus

Etrurien, frühe griechische Vasen mit Thierdecor, schwarzfigurige, rothfigurige,

 schwarzgefirnißte, sliditalische, aretinische, Gefäße der römischen

Kaiserzeit. An diese nahezu tausend Nummern zählende Sammlung, zu der

die Erwerbung von großentheils unteritalischen Funden zu Anfang dieses

Jahrhunderts den Grund gelegt hat, reihen sich in den Sälen IX-XI die

Thonliguren, Thonlampen und Reliefs und die Steinsculpturen, in XII

und XIII bronzene Gefäße, Rüstungsstücke, Waffen, Geräthe aller Art

von Funden in Etrurien, im Römischen, bei l-Iallstatt, Petronell, in

Siebenbürgen etc.

Saal XIV bildet in jedem Sinne einen der höchsten Glanzpunkte

des Museums. Dort ünden wir zuvörderst Gefäße, Geräthe und Schmucksachen

 aus edlem Metall, überwiegend Fundstlicke aus Oesterreich-Ungarn,

wie den berühmten Goldschatz von Nagy-St.'_Miklos (Torontaler Comitat),

Gefäße, die mit ihrer ganz eigenthlimlichen Vermischung griechischer und

orientalischer Formen und den griechischen und Runenschriften wohl nur

als Erzeugnisse der Völkerwanderungszeit gelten können, die außerdem

durch zahlreiche Gegenstände spätrömischer oder barbarischer Art vertreten

 ist. Ebenso ist, und zwar mit glücklichster Ueberwindung der

Ungunst eines tiefen Raumes, die unvergleichliche Sammlung von Cameen

und Intaglios aufgestellt, die aus der Kunstkammer Kaiser Rudolf II.

hervorgegangen ist, und die Arbeiten des classischen Alterthums, zum

Theil in antiker oder Renaissancefassung, assyrische Cylinder, Abraxasgemrnen,

 sassanidische und andere Siegelsteine, Werke der Renaissance

und der neueren 'Zeit bis auf Siries, die Pichler und Künstler der Gegenwart,

 ferner mit Gemmen besetzte Gefäße u. s. w. umfasst; - endlich

Schnitzarbeiten in Elfenbein, Bernstein u. dgl. m.

Hieran reiht sich in den Sälen XV und XVI eine Auswahl von

Münzen und Medaillen, 524.4. von 165000, ebenfalls von den ältesten

Zeiten bis auf die unsere. Der Wandraum ist für die Ausstellung kleiner

Porträte benuzt.

Von größter Mannigfaltigkeit ist der Inhalt der folgenden neun Säle.

XVII birgt vorzugsweise mittelalterliche Arbeiten, z. B. die berühmten

sogenannten burgundischen Gewänder, XVIII mathematische u. dgl.

16'
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.