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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1890 / 2)

in der Industrie zur Verbreitung und Geltung zu bringen; er bot opferwillig

 die Hand zur Durchführung von litterarisch-künstlerischen Unternehmungen,

 für welche das Museum allein die Mittel nicht aufwenden

konnte; es braucht hier nur an die "Stickmnster der Renaissanceu, die

wKunstgewerblichen Flugblättern, F. Ritter's neuen "Ornamentstich-Katalogw

 und A. RiegPs vKatalog der Aegyptischen Textilfuxidererinnert

 zu werden.

Aber sein thatkräftiges Eingreifen beschränkte sich keineswegs auf

dieses sein eigenstes Gebiet, auf welchem er auch eine hochinteressante

Sammlung zunlllustration der Geschichte der graphischen Reproduction

anlegte; er war aufrichtiger Kunstfreund und immer bereit, jedes tüchtige

künstlerische Streben zu fördern, in welcher Richtung immer es sich

bekunden mochte. Demgemäß stand er auch dem kunstgewerblichen

Schaffen jeder Art als werkthätiger Freund nahe, betheiligte sich mit

aller Lebhaftigkeit an der Gründung des vWiener Kunstgewerbevereinesx,

und widmete sich als dessen erster Präsident mit Hingebung dieser guten

Sache. Wie er in Ausstellungsfragen die Interessen des Vereines und damit des

österreichischen Kunstgewerbes nachdrücklich und erfolgreich vertrat, ist

unvergessen; wie er im Einzelnen und für den Einzelnen wirkte, das entzieht

 sich der Besprechung, aber die dankbare Erinnerung an ihn als

einen Mann, der nicht blos platonische Liebe für unser kunstgewerbliches

Schaffen hegte, wird allgemein lebendig bleiben.

Und so werden wir jederzeit das Gedächtniss dieses wahren Freundes

unserer Anstalt und unserer Bestrebungen hoch in Ehren halten.

B.

Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit

demselben verbundenen Institute.

S9. Majestät der KRIEG? hat Mittwoch den 22. Januar das

Atelier des Professors Otto König mit Allerhöchstseinem Besuche beehrt.

Se. Majestät fuhr ohne Begleitung um 11,1 Uhr am Portale der Kunstgewerbeschule

 vor und begab sich, vorn Künstler begrüßt, in dessen

Arbeitsraum, um ihm zur Vollendung einer Porträtbüste zu sitzen.

Die in Thon modellirte Büste ist zur Ausführung in Marmor bestimmt.

 Die Büste ist im hohen Grade gelungen und fand den vollen

Beifall Sr. Majestät. Nach beendigter Sitzung besichtigte Se. Majestät

die übrigen im Atelier befindlichen fertigen und in Ausführung begriffenen

 plastischen Werke. Unter diesen seien besonders erwähnt: Die

Liebesgruppe (Amor und Psyche), der Entwurf für das Wiener Goethe-,Denkmal,

 die allegorische Gruppe: vEin Triou, die Gruppe für Silber:

w-Großmlitterchens Jugendzeitu und die Brunnenskizze mit den schönen

Figuren der Nixe mit der Wassermuschel, des Centaurs mit dem Weinschlauche

 und des Amor. - Se. Majestät verweilte über eine Stunde

im Atelier. .
            
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