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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1890 / 8)

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dass schließlich vMosaikß anstatt ihrer Aller gebraucht wurde. Es frägt

sich nun, ob Mosaik, respective opus musivum, musaicum und wie die

Varianten alle lauten, ursprünglich ähnlich wie opus sectile, opus tesselatum

 etc., blos eine Specialität der in Rede stehenden Technik oder

diese generaliter umfasst und bezeichnet habe, oder gar etwas völlig

Eigenartiges bedeutete.

Bekanntlich ist das Wort, um das es sich hier handelt, noch nicht

genügend erklärt. Die komischesten und die grundgelehrtesten Versuche

zur Deutung haben das lhre dazu beigetragen, die Untersuchung in heillose

 Confusion zu bringen. Von dem naiven Unterfangen, das opus

mosaicum den alten Juden und ihrem Moses zuzuschreiben, bis zu der

wohlfeilen Erklärung und Hinweisung auf Musen und Museen übersehen

wir nur ein Chaos von Deutungen, die am Wortschalle hängend die

Sache bei Seite gelassen haben und daher, des richtigen Verständnisses

selber baar, ein solches auch nicht schaffen können. Prof. G. M. Redslob

hat dagegen in der Zeitschrift der deutschen Morgenländischen Gesellschaft")

 im Jahre 1860 das Wort Mosaik aus dem Orientalischen erklären

 wollen und führt es auf das hebräische Maskith zurück, welches

üblicher Weise mit Standbild verdeutscht wird. Ich kann dem Orientalisten

 auf sein Fachgebiet nicht folgen, von dem Standpunkte des

meinen aber die Bemerkung nicht unterdrücken, dass kunstgeschichllich,

also sachlich genommen, seine Gründe keineswegs befriedigen. Wenn

ich seiner Behauptung hier in dieser Hinsicht nicht Gegengründe im

Einzelnen entgegenstelle, so ist eben der vorliegende Excurs im Ganzen,

als meine Anschauung von der Sache, auch meine Entgegnung.

Des Weiteren versuchte Dr. R. Engelmann nach einer Mittheilung

in B. Bucher's Geschichte der technischen Künste '5) den Zusammenhang

unseres Wortes mit dem Namen der Musengrotten, musaea, zu erläutern.

Plinius spricht nämlich von porösen Steinen, welche in diesen künstlichen

Höhlen tropfsteinartig lierabhängen, das möge die Rocaille unserer Barockzeit

 gewesen sein, in deren Decoration ja bekanntlich durch Zusammensetzen

 bunter Steine, Tropfsteine, Muscheln u. dgl. musivische Bilder

angebracht wurden. "Beide Arten der Technik, eigentliche Mosaik und

Grottenausschmückung, entwickelten sich selbständig aus eigenen Anfängen;

 als aber die Mosaik von dem Fußboden, für den sie eigentlich

bestimmt war, an die Wände und Gewölbe übergegangen war, und andererseits

 die Fontainen und Grotten, die eigentlichen musaea, durch

Einfügung bunter Steine sich der anderen Technik genähert hatten, da

konnte auch derselbe Name für beide Dinge, die in der Wirklichkeit jetzt

wenig oder gar nicht mehr sich unterschieden, gebraucht werdenm

Um dieser Ansicht beipliichten zu können, müssten wir vor Allem

eine Stelle haben, welche den Beweis feststellt, dass bei der Ausstattung

u) Band XIV.

I5) 1, Bund, PEB- 97-
            
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