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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 148)

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wähnt, dass hier an 600 Geigenmacher sind, dass jährlich an 200.000 Zollcentner Holzwaare

 verbraucht oder,weiter verhandelt wird und dass die hiesige Post einen Baargeldverkehr

 von ca. 600.000 fl. aufzuweisen hat. Ausser Trommeln und Pianofortes werden

hier alle Instrumente verfertigt, insbesondere Geigen, Blasinstrumente und Zithern, Damit

die lnstrumentenmacher genügend musikalisches Verständniss besitzen, hat das k. k. Handelsministerium

 hier eine Musikschule errichtet, die ungemein gut besucht ist und die

schönsten Erfolge aufzuweisen hat. Der Schulleiter, Herr Wilfer, ertheilt an hundert

und mehr Schüler praktischen und theoretischen Unterricht in der Musik.

(Idrianer Spitzen.) Die zum Zwecke der Erlernung und weiteren Verbreitung

der ldrianer Spitzenarbeiten unter den Klopplerinnen des böhmischen Erz- und Riesengebirges

 im heurigen Frühjahrs in Gottesgab in Böhmen eigens gegründete Klöppelschule

gedeiht unter der Leitung des in Prag wirkenden Centralcomite zur Beförderung der Erwerbsthatigkeit

 der Erz- und Riesengebirgsbewohner vortrefflich und beschäftigt gegenwärtig

 bereits 35 Lehrmadchen. Gelernt wird ausschliesslich die sogenannte ldrianer Spitze:

Ellenspitzen, Barben, Kragen u. s. w., eine Spitzengattung, welche früher in Böhmen nicht

gearbeitet wurde und gegenwärtig guten Absatz findet. Der Verdienst bei dieser Spitze

ist für eine gute Klbpplerin 2 H. bis z H. 50 kr. in der Woche. Das Centralcomite hat

die Einrichtung der Schule beigestellt und Zwirn gespendet, es bezahlt die Lehrerin und

unterstützt die Lehrmadchen während der Lehrzeit mit xo kr. täglich.

(Preisausschreiben des Gewerbe- und Indnstrlevateines in Bremen.) Der

Gegenstand der Concurrenzaufgabe ist folgender:

uMobeleinrichtung eines einfachen Wohnzimmers des Mittelstandesu.



Für die Lösung der Aufgabe soll diese Einrichtung bestehen aus folgenden Objecten:

x. Schrank oder Commode. Dieses Möbel soll so beschaffen sein, dass es

zur Aufbewahrung der wichtigsten, im häufigen Gebrauche befindlichen Gegenstände

eines Haushaltes dient, zugleich auch eine wesentliche Zierde des Zimmers bildet und

etwa zur sichtbaren Aufstellung von nEamilienstücken- und anderen bevorzugten oder

tägliche Verwendung findenden Gegenständen geeignet ist. Die Anschliessung an bestehende

 Gewohnheitsformen ist dabei nicht erforderlich, vielmehr eine neue, eigenartige

Anordnung des Möbels erwünscht.

z. Tisch. Bei der gewöhnlich gleichzeitigen Verwendung des einfachen bürgerlichen

 Wohnzimmers als Speisezimmer soll derselbe auch als Speisetisch gebraucht

werden können.

3. Stuhl. Derselbe kann Rohrgeßechte oder Polsterung erhalten: nur ist auf

Dauerhaftigkeit, Bequemlichkeit und leichte Handhabung bei dessen häufigem Gebrauch

Rücksicht zu nehmen.

Weitere Gegenstände sind zur Losung der Aufgabe nicht erforderlich, jedoch erwünscht,

 wenn die Einrichtung vervollständigende Obiecte wie Sopha oder Lehnstuhl,

Bilder- oder Spiegelrahme, Uhrgehnuse etc. als leichte Skizzen beigegeben werden.

Die Bearbeitung der Aufgabe kann geschehen:

a) in wirklicher Ausführung, wobei der Verkaufspreis der ausgeführten Gegenstände

 und derjenige einer completen Einrichtung mit Aufzählung der einzelnen Mübel

beizulegen ist; I. Preis . . . . Mark 300.-ll.

 . _ . . . r m0.-b)

 in Zeichnungen. Dieselben sollen für jeden Gegenstand bestehen: in einer

Skizze 'l.. der natürlichen Grösse und einer für die Ausführung genügenden Detailzeichnung,

 sowie einem Kostenvoranschlag mit Angabe des Materials und der Art der

Ausführung; l. Preis . . . . Mark 150.-li.

 l . . . . x 60.-Die

 Prarniirung der Lösungsart a) schliesst eine Pramiirung der darauf bezüglichen

Zeichnungen aus.

Bezüglich der unter a) prämiirten Arbeiten bleibt der Direction des Gewerbeund

 lndustrievereines das Ankaufsrecht bis acht Tage nach Entscheidung des Preisgerichts

vorbehalten; die unter b) prämiirten Zeichnungen bleiben Eigenthum des Gewerbe- und

lndustrievereines, mit Ueberlassung des einmaligen Ausführungsrechtes an denselben.

Die Bearbeitungen der Aufgabe sind nur mit Motto oder Buchstaben versehen an

die v-Direction des Gevirerbe- und Industrievereines in Bremen, Gewerbehaus-t, frankirt

einzusenden. Ein beigegebenes verschlossenes Couvert mit gleichem Motto oder Buchstaben

 hat Namen und Wohnung des Bewerbers zu enthalten.

Der _letzte Termin für die Einsendung ist der l. März 1878. Später eintreffende

Sendungen werden nicht berücksichtigt.

Die Pramiirung erfolgt in der ersten Hälfte des Monats März und werden die eingesandten

 Arbeiten acht Tage offentlich ausgestellt. '

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