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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

Miflllßilllllllüll llßS k. K. ÜBSIBPT 811111. MIISEIIIIIS

KUNST UND INDUSTRIE.

(Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.)

Am r. eines ieclen Monats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr (i. 4.-Redncteur

 Edulrd Ohmellrl. Expedition von C. GeroldIr Salm.

Man nbonnirt im Museum, bei Gerold 8: Camp, durch die Posmnslalten, sowie durch

alle Buch- und Kunsthandlungen.

NT. 155. WIEN, l. Auousr 1878. XIII. Jahrg.



Inhalt: Wiener Fayencen. - Die königliche Kunst ewerbeschule zu Dresden. - Sammlung von Buchzeichen.

 - Gold- und Silberwuuren-Ausste luug in Schwäbisch-Gmimd. - Literaturbencht. -

Journal-Revue. - Kleinere Mitthellungem- Auszug aus dem Verzeichnisse der Gypsabgusse

des k. k. Oesrerr. Museums

Wiener Fayencen.

Auf der Innsbrucker Ausstellung werden zum ersten Male Wiener

Fayencen in grösserem Umfange zur Ausstellung kommen. Diese Thatsache

 wird dem kunstliebenden Publikum gewiss nicht entgehen und es

dürfte daher nicht unangemessen sein, die Entstehung dieses Kunstzweiges

in Wien etwas näher in's Auge zu fassen. Es hat nicht geringe Schwierigkeiten

 gekostet und das Zusammenwirken verschiedener Factoren war

nöthig, um das Hervortreten von Wiener Fayencen möglich zu machen.

Die Fayencenmalerei steht bei uns allerdings in den allerersten Anfängen,

wenn wir die glanzvolle Entwicklung dieses Kunstzweiges in Frankreich,

in Belgien und England in Betrachtung ziehen, aber der erste Schritt ist

gethan, um einen wichtigen Zweig der Kunsttechnik in Oesterreich zu

beleben.

Nur langsam hat sich im Museum ein Kreis von Künstlern und

Kunstfreunden gefunden, der sich dieser Kunsttechnik bemächtigt hat, anregend,

 fördernd und positiv producirend. Noch ist die Zahl der Künstler

eine sehr geringe, die sich diesem Zweige gegenwärtig widmen. Die Aufforderung,

 sich der Kosch'schen Farbentechnik zu widmen, hat nur

wenigen Anklang in der Künstlerschaft gefunden, die gewohnt zu klagen,

wenig geneigt ist, neue Wege zu betreten. Auch unsere vornehme Welt

verhält sich diesem Kunstzweige gegenüber sehr passiv. Man hätte erwarten

 können, dass nach den schönen Erfolgen auf der Wiener Weltausstellung,

 den Fayencen auf dem Triumphbogen der Wienerberger Ziegelfabrik,

 den Medaillons an der Facade des Museums, dem reizenden Fayence-1878.

 xm. lO
            
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