Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

'47

geschichte der Renaissance in Italien beigegeben hat, heisst es: nDer Verfasser glaubte,

es sei wünschbar, dass neben die erzählende Kunstgeschichte auch eine Darstellung nach

Sachen und Gattungen trete, gleichsam ein zweiter systematischer Theil, wie dies seit

Winckelmaon mit der Kunst des classischen Alterthums geschehenm -Die kunstgeschichtliche

 Literatur darf sich glücklich schätzen, dass diesem Wunsche - mindestens in Bezug

 auf die Architekturgeschichte der Renaissance in Italien - in so glänzender Weise

entsprochen wurde. Ohne 'ein Lehrbuch im eigentlichen Sinne zu sein, birgt dieses Werk

einen so reichen Schatz von Einsicht in den behandelten Gegenstand, wie unseres Wissens

 kein anderes. Für die Geschichte der Malerei und der Plastik Ware Aehnlicbes noch

zu leisten, freilich von anderen Gesichtspunkten aus. - Die ueue Ausgabe ist um 6x Abbildungen

 reicher als die erste; sie enthält nun 221. In den Text sind hie und da neue

Beobachtungsresultate oder neue, Lesefrüchte eingefügt; die Quellennachweise sind -mit

Recht in den Text hineingezogen worden, da sie nach der ganzen Anlage des Werkes,

die historische Entwicklung der Formen zu geben, da hinein gehören. Der praktische

 Künstler sowohl wie der Historiker wird Burckhardfs i-Geschichte- als ein vorzügliches

 Orientirungs-Manuale nicht hoch genug schützen konnen.

Auch die neue (dritte) Auflage von Burclchardfs sCultur der Renaissance-l liegt

nun vollendet vor. Man wird L. Geiger dankbar sein, dass er mit so viel Selbstbescheidung

 und Pietat die neue Ausgabe besorgte. Er folgt mit Treue dem Verfasser auch

auf die entlegensten Pfade der Quellenforschung, doch lässt er die ursprüngliche Darstellung

 fast vbllig intact, so dass deren Eigenthümlichkeit keine Alteration erfährt.

Nach wie vor sind wir gefesselt durch die seltene Verbindung historischer Objectivitat

und starker persönlicher Antheilnahme, intimsten Hineinlebens in die Epoche und geistiger

 Kraft über dieselbe hinauszuschauen. Auch hier hat man es wieder mit keinem

Lehrbuch zu thun und doch lernt man daraus mehr, als aus wir wissen nicht wie vielen

Geschichts-Cornpendien. Vielleicht liegt das Geheimoiss in der Congenialitat des Autors

mit den Besten der Zeit, als deren Geschichtschreiber er auftritt.

D. Pulgher: Les anciennes eglises byzantines de Constantinople. Avec

XXX pl. Vienne, Lehmann 8c Wentzel, 1878. Atlas in Fol., Text 8.

Der Werth dieser neuesten Publication über byzantinische Bauten beruht entschieden

 auf denAbbildungen, und der Text ist nur eine unbedeutende Beigabe, die nicht

den Geschichtschreiber, noch weniger den Kunsthistoriker befriedigen kann. Der erstere

wird von der mangelhaften Auffassung des Bilderstreites unangenehm berührt werden,

der letztere aber an manchem Detail der Darstellung argen Anstoss nehmen. Ist es schon

auffallig, den altchristlichen Basilikenstyl, als wäre derselbe unter dem directen Einllusse

Constantiu d. Gr. erstanden, als die erste Periode der byzantinischen Baukunst zu bezeichnen,

 so ist es dagegen eine ganz falsche Behauptung, die Basiliken hatten immer

ihren Eingang auf der Westseite gehabt. Auch wird heute Niemand mehr, wie der Verfasser

 annimmt, der Meinung sein, S. Vitale von Ravenna sei nach dem Vorbilde der

Sophienkirche in Constantinopel gebaut worden. Die Bedeutung von S. Sergius und

Bacchus für die gesamn-ite Entwicklung des Kuppelbaucs ist jedenfalls nicht gehörig

betont. Ueberhaupt scheint uns der Verfasser die Leistungen Salzenberg's und Texier's

für die Geschichte der byzantinischen Architektur nicht genügend zu würdigen, dagegen

die byzantinische Kunst im Ganzen zu überschätzen, als weine unerschöpfliche Quelle

Schoner Formen, die sogleich auf moderne Constructionen Anwendung finden können-l.

Schon in diesen Worten charakterisirt sich Herr Pulgher vorwiegend als Techniker, und

in dieser Hinsicht müssen wir seinen Planskizzen und der Wiedergabe architektonischer

Details, soweit dieses auf den vorliegenden vier Tafeln zu ersehen ist, unbeschränkte

Anerkennung zollen; ein Gleiches gilt den Herren Verlegern für die vornehme und auch

in den Farbendrucken treiTliche Ausstattung des Werkes. Die 30 Tafeln werden chronologisch

 angeordnet sein, so dass der Atlas schon an und für sich die Entwicklungsgeschichte

 der byzantinischen Buukunst lehren wird.

lournalrovue.

Schweizerisches Gewerbe-Blatt. Organ der Gewerbemuseen Zürich und Winterthur.

lll. 1878. Nr. 12-19.

Ueber Farbenharrnonie. (F orls.) - Hanhart, Die gewerbliche Verwerrhung der

Halbedelsteine der Schweiz. - Hanharl, Die historische Ausstellung für das Kunstgewerbe

 in Basel. -- Stadler, Ueber moderne bemalte Oefen. - Was und wie soll

in der Handwerkerschule gelehrt werden? - Zur Verständigung über die Lage des

Handwerks. - Mittheilun

gen aus den Gewerbemuseen Zürich und Winterthur. -

Kleinere Mittheilungen. (Mit art. Beilagen.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.