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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

brunnen Valentin Teirich's, welcher jetzt den Arcadenhof des Oesterr.

Museums schmückt, irgend ein ernsthafter Versuch gemacht worden wäre,

diese Kunsttechnik in der Decoration öffentlicher, jetzt im Bau befindlicher

Gebäude einzuführen. Es ist dies leider nicht, geschehen; der Sinn für malerische

 Decoration ist bei unseren Architekten und in der vornehmen Gesellschaft

 leider wenig entwickelt. Um so erfreulicher ist es, dass diese Technik

sich trotzdem jetzt doch nach und nach Bahn gebrochen hat und nun stark

genug ist, in die Oeifentlichkeit zu treten. Wir verdanken diese Erscheinung

 dem harmonischen Zusammenwirken aller Kräfte des Oesterr. Museums,

 in erster Linie dem verdienstvollen Vorstande der chemisch-technischen

 Versuchsanstalt des Museums, dem unermüdlichen, erfindungsreichen

Chemiker, Reg-Rath Kosch und den Professoren der Kunstgewerbeschule,

die seit längerer Zeit dieser malerischen Decorationsweise ihre besondere Aufmerksamkeit

 gewidmet haben, den Profi". Reg-Rath Storck, Sturm, Laufberger,

 König, Docent Macht. Nach und nach haben sich auch einige

ausserhalb der Kunstgewerbeschule stehende Künstler mit den Kosch'schen

Emailfarben befreundet, wie Bauer, Geyling, Springer und gegenwärtig

 ist auch die Zahl der Zöglinge der Fachschulen der Kunstgewerbeschule

 keine geringe, die in dieser Technik arbeiten, insbesondere Herr Böaenböck,

 Herr Kryzinski, Frl. Felgel und Frl. Müller, Weigner,

G. Sturm, Petersen, Schmidt u. A. m. Sie werden alle auf der

Innsbrucker Ausstellung vertreten sein und so ein Bild der Bewegung

eines speciellen Kunstzweiges geben, der in der chemischen Versuchsanstalt

 und der Kunstgewerbeschule nicht blos gepflegt, sondern im eigentlichen

 Sinne des Wortes geschaffen wurde. Wir hoffen, dass das Bild

des Reizes eines ausgeprägten künstlerischen Charakters nicht entbehren

wird. Diesem ihrem Kunstcharakter nach sind sie angehaucht vom Zuge

der italienischen Renaissancezeit des XVI. Jahrhunderts, weder modern

französich oder englisch oder imitatoriscb ihrer Richtung nach, sondern

haben den Vorzug, wie manche andere moderne Kunsttechnik, österreichisch,

 speciell wienerisch zu sein, im guten Sinne des Wortes. Ist ja

doch auch das Farbenmiterial dieser Fayencen, welches auf die Kunsttechnik

 einen nicht unbedeutenden Einfluss ausgeübt hat, aus der

Kosclfschen Anstalt hervorgegangen. Auf der Pariser Weltausstellung

sind nur sehr kleine Bruchstücke dieser Kunstweise zur Geltung gekommen;

 aber auch diese Bruchstücke haben gezeigt, dass die Bestrebungen,

die auf diesem Gebiete von Wien ausgehen, ihren bestimmten Charakter

haben, mit den französischen, englischen, italienischen, belgischen Producten

 ähnlicher Art nicht zu verwechseln sind. In Innsbruck, wo mehr der

Art zur Ausstellung kommt als in Paris und wo dieser Kunstzweig geschlossener

 auftreten kann, wird auch das Eigenthümliche und Charakteristische

 der Wiener Fayencen klarer vor das Auge des Beschauers treten.

An diese kleine Ausstellung, welche speciell vom Oesterr. Museum

ausgeht, von den Professoren, Chemikern und Schülern der Kunstgewerbe-
            
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