Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

Sammlung VI Buehzelehal.

Das k. k. Oesterr. Museum hat in letzter Zeit eine Sammlung von Buehzeichen

(Signete von Buchdruckern und Buchhandlern) angelegt, auf welche wir hiermit aufmerksam

 machen wollen, da dieselbe eben ietzt im Saale lX der öffentlichen Besichtigung

zugänglich ist. So klein und bescheiden auch diese Sammlung ihrem Umfamge nach

vorderhand noch erscheint - sie zählt circa 300 verschiedene Signete - so enthAlt sie

nichtsdestoweniger schon eine Reihe sehr hübscher Blätter, wegen der Fülle von

reizenden Cartnuchen, welche meist die eigentlichen Symbole und l-lausmnrken umgeben,

von eminent praktischem Werthe.

Der Zeit nach umfasst die in drei Gruppen: Deutsche, französische und italienische

Buchzeichen - getheilte Sammlung das Ende des XV, bis zur Mitte des XVll. Jahrhunderts.

Die Signete deut scher Buchdrucker und Verleger bilden die überwiegende Mehrzahl;

 besonders mögen daraus hervorgehoben werden die Symbole von Joh. Schbfier und

Franz Beham in Mainz, von Arnold Birclunan und den Erben Johann Quentel's in Coln,

Erhart Ratdolt und Sympert Ruf in Augsburg; das schone Symbol des Theodor Riehel

in Strassburg von Tobias Stimmer (Andresen 139) und das des Crato Mylius ebenda.

- Sehr gut vertreten ist die Stadt Basel; wir finden die Signete der meisten Baseler

Buchdrucker des XVl. Jahrhunderts von Michael Furter bis auf Conrsd Waldltirch und

Sebastian Henricpetri, danmter die schonen Zeichen des Joh. Froben, Thomas WolH,

Joh. Bebelius und Valentin Curioevon H, Holbein.

Besonders genannt zu werden verdienen auch das grosse Signet des Ernst Vogelin

und seiner Sohne in Leipzig, sowie die Symbole von Luess Alantse in Wien, Wolfang

 Eder in Ingolstadt, Thomas Anshelm in Hagenau und Samuel Sellisch in

Vittenberg.

Unter den Symbolen der Frankfurter Buchdrucker und Verleger nehmen die

des Sigm. Feyerabend die erste Stelle ein, grosstentheils nach Zeichnungen von Just

Amman, einzelne von Melchior Lorch und Tobias Stimmer.

Von besonderer Schönheit und Dtrtheit in der Ausführung ist ferner ein von H.

Holbein gezeichnete! und von Lützelburger geschnittenes Signet des Christoph Froschauer

in Zürich (Pass. x35).

Die gegenwärtig noch schwächste Gruppe der Sammlung sind die französischen

Buchzeichen. Obwohl sich in der Collection ganz hübsche Signete von Dupre, Jean Petil,

Gilles de Gourmont, Jacques Kerver, Robert Stephanus, Jacques du Puys etc. in Paris,

Francois Fradin, Melch. und Gasp. Trechsel, Seb. Gryphius, Jean de Tournes, Jean Frellon

u. A. in Lyon etc. vorfinden, so fehlt doch so ziemlich der grüsste Theil der reich ausgestatteten

 Signete der französischen Buchdrucker des XVl, Jahrhunderts und ist in dieser

Richtung eine bedeutende Lücke auszulüllen.

Unter den italienischen Buchzeichen sind vor Allen hervorragend das schöne

grosse Signet des Euchsrius Silber in Rom vorn Jahre 1495, sowie die Symbole von

Aldus Manutius, Luc. Ant. Giunta, Marco Sessa, Joh. Gryphius, Gabr. Giolito, Giordano

Ziletti und Vinc. Valgrisius in Venedig, des Bened. Mammarelli in Ferrarra, der

Giunta in Florenz und des Sim. Nardus in Siena. g

Diese in der Bibliothek des Museums aufbewahrte Sammlung bedarf, wie gesagt,

wohl _noch vielseitiger Ergänzung, doch enthält sie jetzt schon eine Fülle scbätzbaren

Materials, werth praktische Verwendung zu finden.

Guld- und Sllhorwureu-Aunstellunl In Schwibllch-Gnnd.

ln dem freundlichen tmd gewerbereichen württembergischen Städtchen Schwäbisch-Gmund

 fand seit Anfang April eine bis Ende Mai dauernde Gold- und Silberwnnren-Ausstellung

 statt, die aus mehr als Einem Grunde der Aufmerksamkeit der österreichischen

Industriellen empfohlen zu werden yerdient. Bekanntlich ist Scbwlbisch-Gmünd, mit

Pforzheim und Hanau, der Mittelpunkt einer grossen und lheilweise alten metallurgiachen

Industrie, die sich mit fabriksmlyiger l-lervorbriugurig von Gold- und Silberwaaron beschäftigt

 und fast ausschließlich auf den Export angewiesen ist. Was die Linder, in

welchen die genannten Städte fegen, an Gold und Silberwaaren bedürfen, kommt gar nicht

in Betracht im Vergleiche zu den Massen von Gold- und Silberarbeiten, welche dnselbst

erzeugt werden. Die Fabricanten arbeiten daher durchaus für den Export und bedürfen

deshalb nicht blos geschulter Arbeitskräfte, sondern nuch einer grösseren kaufmännischen

Bildung. Da sich gegenwärtig überall die Ueberzeugung Bahn bricht, dass es zu sehr an

echter kunstgewerblicher Fachbildung im deutschen Reiche fehlt, um insbesondere der

französischen Concurrenz gewachsen zu sein, so darf man sich nicht wundern, in Schwäbisch-Gmünd

 einer vorwiegend kunstgewerblichen Ausstellung zu begegnen. Denn wenn
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.