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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 139)

Barvitius in denkbar kürzester Zeit 13 reich ornamentale Fenster im Renaissancestyl.



Damit schliessen wir die Reihe umfassenderer Aufgaben ab, welche

eine Unmenge Nippes in Wappen, Spruchrosetten, Spruchschilder u. s. w.

begleitet.

Das Oesterr. Museum für Kunst und Industrie hat diese Leistungen

der Anstalt für den Schmuck des Wohnhauses als einen Fortschritt gewürdigt

 und auf der letzten Weihnachts-Ausstellung mit dem Anerkennungsdiplome

 ausgezeichnet.

Als besondere Vertretung für Profan-Glasmalerei ist in Wien die

Firma Wilfort 8c Wolff, Tapetenhandlung, l., Burgring 3, bestellt, welche

aber auch Aufträge kirchlichen Charakters übernimmt.

Sprechen die in diesem Jahre auf den Expositionen erlangten Auszeichnungen

 öffentlich für den ästhetischen Werth der Leistungen des lnstituts,

 so hat es auch eine Fülle jener stillen Anerkennungen, Belobungen

von Architekten und Kunstfreunden, von Kirchenvorständen und Gemeinden

 zu verzeichnen, welche nicht minder werthvoll für das fernere

Wirken der Glasmalerei sind, die weniger auf blendende Ausstellungserfolge

 abzielt, als dahin, dass jedes gemalte Fenster ein edler Schmuck

seines Baues, ein durch sein Dasein beredter Vertreter des Ateliers werde,

woraus es hervorgegangen.

Von Riesenobjecten aber, wie die beiden kolossalen Kreuzschifffenster

 der Votivkirche, deren Ausführung von den Stiftern, Sr. Majestät

dem Kaiser und der Commune Wien, auf empfehlenden Vorschlag der

Bauleitung der Anstalt übertragen wurde, wird eine solche Fülle und

Macht künstlerischen und technischen Könnens zu einer glücklichen Lösung

 gefordert; die mit jedem Kolossalwerke verbundenen Schwierigkeiten

stellen die Ausdauer und das nach Vollkommenheit ringende Streben der

daran betheiligten Kräfte auf so strenge Proben, dass diese Aufgabe als

eine Existenzfrage im edelsten Sinne des Wortes aufgefasst wird. Glücklich

 ein Kunstinstitut, das an der Grösse und dem ästhetischen Werthe

solcher Vorwürfe selbst emporwachsen kann, glücklich, dass der Arbeit!-kreis

 sich immer voller mit anderen Kunstaufgaben füllt, rein technische

und handwerksmässige Leistungen zurückdrängend, - ein Verhältniss,

das wie urplötzlich das entgegengesetzte abgelöst.

Daraus erklärt sich ein neues Moment qualitativen Wachsthums,

dass die Direction einige mittelmässige Kräfte, die auf günstige Entwicklung

 wenig Hoffnung liessen, ausschied und dafür neue, tüchtige engagirte,

 deren jede ihren Mann stellt.

So tritt die Tiroler Glasmalerei mit ihrer bewährten Garde in das

neue Jahr, willens Tüchtiges zu schaffen, treu ihrem Principe, mit allen

materiellen und geistigen Mitteln wie das künstlerische Individuum zu

streben - vorwärts!
            
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