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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 141)

Kostgeld und eine besondere Remuneration zahlte, wurde die Schule im Jahre

1770 täglich von 72 Lehriungen, und ausserdem an Sonn- und Feiertagen

von 74 Gesellen besucht. Die Gesammtsumme der Frequentanten während

der ersten drei Jahre belief sich auf 328. Zur Aufmunterung der Schüler

waren Preise ausgesetzt '), welche alljährlich „in Gegenwart einer ansehnlichen

 Menge von Kunstliebhabern und Kennern" feierlich vertheiltwurden 9).

in Würdigung der schnellen Aufnahme der Schule übernahm Fürst Kaunitz

auf Domanöclös Wunscha) am 28. April 1770 auch über diese Anstalt

das Protectorat. Der Director war Anfangs zugleich der einzige besoldete

Lehrer an der neuen Akademie; später wurde ihm zur Aushilfe sein Sohn

Franz, der schon von Anbeginn der Schule dem Vater beim Corrigiren

geholfen hatte, als bestellter Corrector beigegeben, und derselbe war auch

unter Domanöclfs Nachfolger lange Jahre hindurch als Adjunct an der

Graveurschule thätig 4).

Behrner (Goldgraveur), Christian Würth, Johann Schmallekher (Stahlarbeiler),

Hieronimus Rigler und Anton Langer (Silberarbeiter). Am 3. Mai 1769 kam Johann

Moll dazu. (Acten d. Akad., Ausweis v. J. 177a.)

J) Der Staatsrath bewilligte am 3. August 1768 auf Antrag des CommerzienAConsesses

 „7V, Souverainsdüar für die Scholarn auf jährliche Prämie". (Cab.-Arch., Staetsr. A.)

') Ueber die Preisvertheilung vom a8. Juli 1770, vergl. die k. k. a. priv. Anzeigen,

l. S. 44; die Prämiirung vom 9. August x77! schildert ein handschriftl. Bericht in den

Acten der Akad. _

') In seiner Vorstellung gibt Domanöck der Befürchtung Ausdruck, dass die

Anstalt „ohne einen dieser Kunst verständigen Schützer durch einige ihr abgeneigte lndividua

 in ihrem Fortgang gehindert werden möchte".

') ln dem eben citirten Ausweis über die Frequentation der Graveur-Akademie vom

Jahre 1770 wird Franz Domnnück „Scholar" und zugleich „d. Z. Allergnadigst resolvirter

 Corrector" genannt. Domanöck hatte für die Ausbildung des Sohnes (geb. in

Wien 1746) trefflich gesorgt, ihn auf seine Kosten eine fünfjährige Studienreise nach

Deutschland und den Niederlanden machen lassen und wandte sich nun, nachdem derselbe

 mit 24 Jahren die Schule verlassen hatte, mit der Bitte an den Commerlzilen-Consess,

ihm zu einem dreijährigen Aufenthalte in Paris ein Stipendium von zoo H. zu verleihen,

,.zur weiteren Perfectionirung seiner Kunst und besonders zur Erlernung der Giessung

und Vergoldung der Bronze". Auf den darüber von Kaunitz erstatteten Vortrag vom

8. November 1770 resolvirte die Kaiserin eigenhändig: „er hat bei mayer 50 Dugaten

angewisen, mercy disen jungen mensch recomendiren das er nicht liderlich anstatt was

zu lehrnen wird." (Act. d. Akad.) Meyer war Zahlrneister der Geheimen Kammer. Unter

„mercy" ist der damalige Minister Oesterreichs am französischen Hofe, Graf Mercy

d'Argenteau zu verstehen; das an denselben auf Befehl der Kaiserin von Kaunitz

am folgenden Tage ausgefertigte Empfehlungsschreiben für den jungen Domanö ck enthält

u. A. die interessante Mittheilung, dass der Künstler einen von ihm und seinem Vater

„auf Befehl des Hofes aus Stahl nach antiquer Art verfertigten kleinen Tisch und ein

desgl. Vase, als Geschenk der Erzherzogin Maria Anna und des Herzogs Albert zu

Sachsen für Madame la Dauphine" (Maria Antoinette) mitbringe. (Staats-Arch. ln dem

Gesuche des alten Domanöck an den Commerzien-Consess erwähnt der Künstler unter

den Arbeiten seines Sohnes, ausser diesem Tisch noch „I9 Portraits in Silber", welche

derselbe „zu denen in die schetz-Cammer nach Maria-Gel! ullergnädigst abgeschikhet

wordenen Antipendien" verfertigt hatte.
            
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