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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

517

Zu dem Ensemble

kommen eine Fülle von

Solobildern der kaiserlichen

 Familie von Angeli,

 Ferrari (der Kaiser

als goldstrotzender ungarischer

 Husar), Kiesel,

Laszlo, Max Koner. Von

diesem die nicht so oft

wie ihre prinzlichen Brüder

 gemalte Prinzessin

Viktoria Luise in glattem

schlichtgestrichenen

Blondhaar. Die eigentliche

 1906er Auslese, die

dann die zweiteAbteilung

der Ausstellung bildet,

drängt sich als schwer

übersichtliche Masse in

den anderen Sälen zusammen.

 Das Niveau ist

nicht sehr hoch; es lohnt

nicht recht, all das Durchschnittliche

 oder gar das

künstlerisch Minderwertige

 unter die Lupe zu

nehmen oder zu ver- Aussrellungder Wiener Kunstgewerbeschule. Holzschnitt, mehrfarbig, entworsuchen,

 ein System in fen und ausgeführt von Hans Frank (Kenner-Schule)

das Chaos der Gleichgültigkeit

 zu bringen. Das Richtige erscheint hier, ein unbefangenes Schleudern mit bedächtiger

 Schnelle durch die Räume und die gelegentliche Aufzeichnung eines innerhalb

dieses Maßstabes Bemerkenswerteren.

Einiges Landschaftliche kann man festhalten. Die Orientbilder von Körner, dem

Präsidenten der Ausstellung, entgehen glücklich der Gefahr des Theatralischen und

Panoramamäßigen. Sie wirken auch nicht als ethnographische Studien, sondern haben immerhin

 den Grad persönlicher Spiegelung, wenn auch vielleicht dieser Spiegel nicht von

einziger Eigenart ist.

Empfunden ist eine I-Ierbstlandschaft von Max Richter.

Originell erfaßt die südliche Gewitterstimmung von Langhammer: Hoch von oben,

aus einem dumpf-dicken schwebenden Blau ist die Tiefe gesehen, eine Ebene, in der undeutlich

 verschwimmend weiße Mauern und ein gelber Bach sich schlängeln, gleich einem

dahingezückten Blitz.

Sinn für solche Besonderheit der Linie in einem Naturausschnitt zeigt auch das

Riviera-Bild von Kayser-Eichberg, das freilich etwas absichtlich die bizarre Baumverkrümmung

 am hellgrünen Abhang gegen das blaugrüne Wasser herausstreicht.

Effekthaschend und mit zu deutlicher Verblüffungstendenz arbeitet mit solchen landschaftlichen

 Ornamentpointen L. jülich. Er macht die Schilderei eines Landmotivs, aus

der Vogelschau gesehen, nur auf die Flächenmusterung und auf die seltsam verzerrten

und abgeflachten Perspektiven angelegt, und er rahmt das Ganze mit zwei Stämmen. Auf

einfachere Wirkung, lyrisch und still geht E. Kampf aus; seine Schindeldächer und

starrenden Besenäste im grau hängenden Nebel sind ein echtes I-Ierbstgedicht. Und naturfromm

 und rein spricht auch I-Iochrnanns Tränke zu uns, mit Abendfrieden, Ruhe und


            
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