MAK

Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 11 und 12)

 
Straße in Sarajevo nach einer Radierung von Krizrnan 
auf diese Bauweise Einiiuß geübt, die der Verteidigung günstig ist. Andrer- 
seits ist die strenge Abgeschlossenheit des Privatlebens ein osmanischer 
Charakterzug. 
Auffallend tritt der Gegensatz der Bauweise als Ausdruck von Lebens- 
gewohnheiten und Traditionen dort auf, wo mitten unter der an der Adria 
lebenden Küstenbevölkerung der geschilderte mohammedanische I-Iaustypus 
vorkommt. Das glatte italienische Steinhaus mit großen Fenstern im Erd- 
geschoß, Pergola und Balkon gegen die Straße, mit dem flachen Ziegeldach, 
das in Reihen gestellt ist, kontrastiert lebhaft mit dem nach innen gekehrten 
Charakter des verputzten Holzhauses des Moslems. In Buccari steht solch 
ein altes türkisches Haus wie ein Fremdling mitten unter den italienischen 
Typen der aus Bruchsteinen und Quadern erbauten Stadt. 
Der eigenartigste Bauteil des bosnischen Hauses ist das Stockwerk, das 
Wohngeschoß, das eine typische Zentralanlage aufweist. Dabei ist der 
zentrale Vor- und Verbindungsraum zumeist ohne Decke, manchmal aber 
mit einem Erker verbunden. In diesen Raum müssen alle Türen der 
kleinen, niedrigen, voneinander getrennten Wohnräume für Frauen und 
Männer ringsherum münden; diese sind aber überdeckt und fast wie große 
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