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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 11 und 12)

"Eva 
zu können, da unsere Sammlung auf diesem Gebiete während der Abfassung 
des vorliegenden Berichtes eine ganz ungeahnte Erweiterung erfahren hat. 
Schon heute können wir sagen, daß manches der in Betracht kommenden 
Erzeugnisse bisher in ganz falsche Zeiten und Länder versetzt worden ist. 
Von außereuropäischen Webereien sei zunächst die auf Seite 485 
dargestellte Kasel erwähnt; sie ist aus Teilen zweier verschiedener Stoffe 
zusammengesetzt, die man wohl nach Persien und in das XVI. bis XVII. Jahr- 
hundert zu versetzen hat, Die mittleren Partien zeigen reiche Farben auf 
vorherrschendem Goldgrunde, die Seitenteile Gold auf rotem (teilweise aus- 
gespartem) Samtgrunde. Dieser äußere Samtbrokat erinnert wohl an vene- 
zianische Arbeiten noch älterer Zeit; doch darf man nicht vergessen, daß 
gerade die venezianische Weberei seit jeher stark unter orientalischem Ein- 
flusse stand und daß sich im Oriente manches länger erhielt als in dem wand- 
lungsfähigeren Europa. Ganz anderer Herkunft ist das auf Seite 486 abgebil- 
dete Stück. Die Zeichnung 
erinnert zunächst an die 
der Wandbespannungsstof- 
fe aus der Spätrenaissance 
oder Frühbarockzeit; doch 
macht die Zeichnung der 
Blumen im einzelnen sofort 
einen fremdartigen Ein- 
druck. Besonders gilt dies 
jedoch von der Farben- 
wirkung und der Technik. 
Sehr auffällig sind das Flott- 
liegen der bunten Schüsse, 
die Breite der Umrißlinien 
und der Wechsel in der Far- 
benstellung der aufeinander 
folgenden Rapporte. Vor 
allem diese Eigentümlich- 
keit ist man eigentlich nur 
bei ostasiatischen Geweben 
zu sehen gewohnt, und mit 
Ostasien lassen sich über- 
haupt alle Eigentümlichkei- 
ten des Stückes vereinigen, 
so daß die Ausführung wohl 
dorthin zu versetzen ist. Es 
handelt sich hier anschei- 
nend um eine der Arbei- 
ten, wie sie im XVII. und 
Neuerwerbung der Textilsarnmlung des Österreichischen Museums. _ 
Louis-Seize-Brokal (Breite dieses Stückes 5x Zentimeter)  Jahrhunderte m 0St-
	        
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