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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 11)

von ihm beigebrachten Abbildung begnügt und so ist es zu erklären, daß

in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts in der Literatur über das

Schwert nur Gemeinplätze zu lesen waren und daß die Abbildung, die schon

bei Bock die Gestalt des Schwertes falsch wiedergab und im Detail über

das Erhaltene hinausging, durch Nachzeichnen immer mehr entstellt wurde.

Die Zeichnungen in A. Demmins „Kriegswaffen" und W. Böheims „Waffenkunde"

 bieten abschreckende Beispiele der Entstellung dieses Bildes. Man

besaß zwar eine mustergültige Aufnahme des SchwertgriHes imF.B.Mikovec'

„Photographischen Album der böhmischen Altertümer" (Prag 1862; Heft 9,

Taf. III), die durch einen kurzen, von F. Bock inspirierten Text begleitet

wurde, diese ist aber wahrscheinlich in Vergessenheit geraten und man

mußte mit Bocks Holzschnitt vorliebnehmen.

Schon Bock hat auf die „romanischen Laubornamentationen, wie sie in

der Frühzeit des XI. Jahrhunderts gang und gäbe waren", sowie auf die

„bekannten Bandverschlingungen" und die auf dem Knauf und Parierstange

zu sehenden „phantastischen Tiergestalten, die deutlich an die arabeskenartigen

 historisch figurierten Kapitäle des XI. Jahrhunderts erinnern", hingewiesen

 und auf die unleserlichen Überreste der „lateinischen Buchstaben"

auf der Schwertklinge aufmerksam gemacht. B. Grueber" und alle, die später

über das Schwert geschrieben haben, übernahmen Bocks Ausführungen,

ohne sie einer Kritik zu unterziehen.

Die Arbeiten der böhmischen Kunstforscher haben nichts Bedeutendes

über das Schwert gebracht. J. L. Pfc reproduzierte anläßlich der retrospektiven

Ausstellung in Prag im Jahre 1891 eine gute Abbildung des Schwertes und

sprach die Meinung aus, daß das Ornament des Griffes irischen Charakter

zeigt und die Entstehung des Schwertes in das ausgehende X. oder

beginnende XI. Jahrhundert zu setzen ist." Eine genaue- Beschreibung des

Schwertes, die mit tadellosen Abbildungen versehen wurde, veröffentlichte

der gelehrte Kanonikus des Prager Domes Dr. A. Podlaha in einem Aufsatze

derPrager archäologischen Mitteilungen und konstatierte, daß das verwischte

Ornament des Knaufes und der Abwehrstange zwei verschlungene Drachengestalten,

 die durch phantasievolle Bandverschlingungen umwickelt sind, in

sich birgt.""'"' In der böhmischen Kunsttopographie hat Podlaha anläßlich

der Inventarisierung des Prager Domschatzes die Beschreibung und

Abbildung neuerlich gebracht-J-Die

 ungarische archäologische Literatur beschäftigte sich wiederholt

mit dem Schwerte, welches, bevor es durch Anna, Schwester des Königs

Stephan V., nach Prag verschleppt wurde, einen Bestandteil der ungarischen

Kroninsignien bildete. Eine Abbildung des Schwertes nach der Reproduktion

' Mitteilungen der k. k. Zentralkommission, XVII (1871), „Die Kunst des Mittelalters in Böhmen",

Seite XXXV.

n In „Pamätky archeologicke a mfstopisnd" (Archäologische und topographische Mitteilungen) XV

(1891), Seite 324.

3'" XIX (1900), Seite 1525.

1' Kunsttopographie II, „Der Domschatz in Prag" (1903), Seite 16, Abb. m, 11; eine andere Bearbeitung

desselben Materials ist in der Publikation „Chrämovy poklad Sv. Vfta" (Prag 1913), Seite 194, zu finden.
            
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