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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 11)

Da ist als Hauptbild eine ileißig und sauber gemalte Festmesse im Vereins-Rekonvaleszentenheim

 vom Roten Kreuz-Künstlerhaus zur Schau gestellt.

Eine illustre Versammlung, dargestellt durch viele kleine Porträtfiguren - die sich

zu einer heiligen Handlung und einem gesellschaftlichen Ereignis einfanden; ein charitativer

Zweck und persönliche Aufgaben werden erfüllt i ohne daß dabei ein künstlerisches

Problem gestellt wird.

Ähnliches fühlt man zumeist bei Porträten unserer Zeit. Die künstlerische Aufgabe

tritt ganz vor anderen Verpflichtungen zurück, die hauptsächlich bestimmend bleiben.

Besser steht es zumeist um die Landschaft, um die Detail- und Milieuschilderung,

die dem Verkehr mit der Natur und dem intimeren Heim entsprangen.

Wir Enden da bekannte und beliebte Namen mit gefälligen Leistungen, die nicht über

das Maß des Gewohnten hinausragen, aber gut angeordnet in sorgfältiger Aufmachung den

Freunden und Gönnern zur Einsicht bereitgestellt werden.

Wenn eine jüngere Kraft mit höheren Forderungen an sich selbst auftritt, so fällt sie

angenehm auf und zugleich aus dem Rahmen des Ganzen. Auch solche Fälle sind da, aber

gerade die Jüngeren, die Wagenden, sind ja zumeist mit rauherer Arbeit beschäftigt. Sie

werden erst wieder mit Pinsel und Stift zu ringen haben, bis die Feuerwaffen schweigen.

Indessen spiegelt sich die Stimmung der Vergangenheit in friedlicher Arbeit und

täuscht über kurze Augenblicke hinweg. '

MITTEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTER-REICHISCHEN

 MUSEUM Sie

MODEAUSSTELLUNG 1915116 IM K. K. ÖSTERREICHISCHEN

MUSEUM. Zur Unterstützung und künstlerischen Vertiefung jener Bestrebungen,

die auf die Schaffung einer von den Einflüssen des Auslandes unabhängigen Mode abzielen,

wird im k. k. Österreichischen Museum durch einen Ausschuß, an dessen Spitze Handelskammerrat

 kaiserlicher Rat Tilgner steht, eine Modeausstellung veranstaltet. Die Eröffnung

dieser Ausstellung, mit deren künstlerischer Leitung Regierungsrat Professor Josef Hoffmann

 betraut ist, soll in der nächsten Woche stattfinden. Die Ausstellung wird in mehrere

Abteilungen gegliedert sein. Bis Mitte Jänner werden Stoffe, Zubehörartikel, Spitzen,

Stickereien, Posamenterie und deren Verwendungsmöglichkeiten, auch Hüte und Kleider,

sowie Entwürfe zu Kleidern, ferner Schmucksachen und, soweit der Raum es gestattet,

auch andere kunstgewerbliche Gegenstände, die zu dem modischen Bedarf der Frau in

Beziehung stehen und von ihr getragen oder benützt werden, zur Ausstellung gelangen.

In dieser Materialschau wird der künstlerische Charakter der Wiener Modebewegung

besonders zur Geltung kommen.

Der zweite Abschnitt der Ausstellung wird Vorführungen neuer Modelle von Frauenkleidern

 auf einer im Museum geschaffenen Bühne bringen. Diese Vorführungen werden

in den Nachmittagsstunden zugunsten der Kriegsfürsorge stattfinden; im übrigen wird der

Zutritt zur Ausstellung frei sein. Der Säulenhof des Museums (1., Stubenring 5), in dem

auch die Modebühne aufgeschlagen werden wird, ist zu diesem Zwecke besonders ausgestaltet

 worden. Im Rahmen dieses Teiles der Veranstaltung wird auch die Gesellschaft

rn. b. H. „Die Herrenwelt" Gelegenheit haben, ihre Schöpfungen verbunden mit einer

Materialschau auszustellen.

Dieses Bild der Gegenwart soll aber auch einen historischen Hintergrund erhalten.

Das k. k. Österreichische Museum verfügt über reiche Schätze an Kostümen und Kostümteilen

 wie an Stoffen, Bändern, Borten, Stickereien, Spitzen, Posamenterien, Perlarbeiten

aus vergangenen Zeiten; erst vor kurzem wurden höchst wichtige umfassende Erwerbungen

aus der Zeit des Kaisers Franz gemacht, die noch nicht öffentlich gezeigt worden sind. Und
            
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