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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

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man das Hängekreuz zur Ergänzung der Bleigruppe über den Altar dachte,

die Ausführung aber aufgab, da die Mittel karg wurden. Die von Anfang

an nicht beabsichtigte Anbringung der Kreuzgruppe in einem Schranke

machte bei beiden Engeln die Verkürzung des einen Flügels notwendig.

Der Gebrauch der Triumphkreuze hat sich besonders in der Würzburger

Diözese erhalten. Im Dome daselbst ruht dasselbe gleichsam auf einem

Wolkenballen, aus dem Engelsköpfchen

hervorblicken. In Österreich hat sich

dasselbe allerdings wenig an seiner alten

Stelle erhalten. Ein altes Kruzifix mit

Maria und Johannes tindet sich über

dem Triumphbogen der Pfarrkirche zu

Feldkirchen in Kärnten.

Eine sehr merkwürdig ähnliche

Anordnung findet sich dagegen an dem

gemalten italienisch-gotischen Kreuzbild,

 welches heute den I-Iochaltar der

Kirche zu Wimpassing an der Leitha

in Ungarn ziert. Auch hier umschweben

plastische Engel das Kreuz, die hier

vergoldet sind. Die Geschichte des

Kunstdenkmals ist, soweit sie sich verfolgen

 läßt, merkwürdig genug. Es

befand sich früher in der Wiener

Minoritenkirche auf dem I-Iochaltar.

Nach Aufzeichnung des Minoriten

Engelhart Feil, welche 1795 bis 1816

erfolgte und im Archiv des Wiener

Minoritenklosters in der Alserstraße

aufbewahrt wird (Seite 225, 226), ließ

Karl Dir 1747, also sechs jahre nach

Vollendung der Gurker Bleigruppe,

beziehungsweise nach DonnersTod, die

Vergoldung ausführen. Ein ungenannter Wohltäter ließ den Altar neu herstellen.

 Zu dieser Neuherstellung, beziehungsweise „neu gemachten Vergoldung"

 gehören ohne Zweifel die jener Zeit angehörenden Engel der Rahmenwerke."

 Ihr absoluter Kunstwert steht sehr merklich hinter den Plastiken aus

der Donner-Werkstatt zurück.

Bei Verlegung des Minoritenklosters in die Alserstraße (Weißspanier)

x784 nahmen die Insassen das Kreuz mit, übergaben es jedoch den Minoriten

zu Wimpassing, dessen Kloster erst später einging, wohl aus dem Grunde,



Abb. B. Rückseite des Holzkruzilixes in der Dompropstei

 zu Klagenfurt

" Vgl. Salvadori, „Die Minoritenkirche", Wien 1894, Seite x74, 1B. Vgl. auch Seite 12. Interessant dazu

ist der Vergleich des gemalten Triumphkreuzes über dem Lettner auf Giottos Bild: Die Feier des Weihnachtsfestes

 durch denheiligen Franz von Assisi. Abgebildet bei Thode und anderen.
            
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