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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 6, 7 und 8)


Aber auch nach zeitgenössischen, eben erst für die Manufaktur angekauften

 Stichen arbeitet Loehnig, wie sich an zwei Beispielen des Stuttgarter

Landes-Gewerbemuseums nachweisen läßt, die in der Behandlung mit den

ersterwähnten, voll bezeichneten beiden Arbeiten übereinstimmen. Es sind

zwei königsblaue Deckeltassen, und zwar die eine mit „emplindsamen"

historischen Szenen nach Angelika Kaufmann, und zwar nach dem Stiche

von William Wynne Ryland von 1778: Kleopatra bekränzt das Grab des

Marc Anton mit Blumen (Inv. Nr. 8, 487, Abb. g), bei welcher noch nebst

dem üblichen goldradierten

 Einfassungskranze ein

"in: nrunnunu

Abb. 12a und h. Marcolini-Deckeltasse des Landes-Gewerbemuseums zu Stuttgart (Inv. Nr. 13, 326)



braunes Rähmchen mit weißen antikisierenden Blumenranken, die aus

symmetrischen Puttenpaaren herauswachsen, zu bemerken ist. Die andere

Deckeltasse zeigt uns das Grisaillebrustbild des römisch-deutschen Kaisers

Leopold II. (1790 bis x792) im Kaiserornat" (Inv. Nr. g, 67, Abb. 10), dessen

Kupferstich unter den Neuankäufen der Meißner Fabrik um jene Zeit namentlich

 angeführt erscheint. Und diese beiden Tassen weisen nebst den üblichen

Marco1ini-Fabriks- und Modellmarken noch ganz kleine Malermarken auf,

" Eine weitere Kaiser Leopold-Tasse, jedoch nach einem anderen Stich, ündet sich zugleich mit dem

Gegenstück, auf dem seine Frau dargestellt ist, im Berliner Kunstgewerbemuseum; sie stammt aus der Berliner

Auktion A. von Lnnna-Prag II (191 1) unter Nr. 1071, in dessen Katalog aber die falsche Bezeichnung steht, daß es

sich um Ludwig Anton von Bourbon, Herzog von Angouleme handle; schon der deutsche Kaiseromat hätte diesen

Fehler leicht beheben können. Während hier die zugehörigen Untertassen richtig in Wolken die Buchstaben L.

beziehungsweise M. T. C. tragen, zeigt die Untertasse der Stuttgarter Leopold-Tasse ein T, beruht somit auf

einer alten Verwechslung rnit der Untertasse ihres Gegenstiicltes.
            
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