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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

399

Bertholdskirche im Hintergrund und

dem prächtigen Garten mit seinen

Springbrunnen und Beeten vor dem

Stiftsgebäude. Auf der Rückseite

sind gleichfalls in schwachgebrannter

 farbiger Emailmalerei der heilige

Benedikt und der heilige Berthold

auf Wolken kniend und zur Madonna

betend dargestellt mit der Beischrift:

„Per te et Filium tuum stet monasterium

 nostrum" (Abb. 28). Die

Dekoration dieses ungewöhnlichen

Glases könnte möglicherweise von

dem Garstener „Briefmaler" Josef

Georg Preiszler herrühren, der in

der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts

 für die Stifte Garsten,

Gleink und Schlierbach tätig war,



Abb. 27. Schifferzunftglas aus Aschach, Nürnberg, 1701

wie eine Reihe datierter und signierter Malereien auf Pergament bezeugt.

(Zum Beispiel eine Ansicht von Schlierbach aus dem Jahre 1718 im Besitz

des oberösterreichischen Landesmuseums, das Rotelbuch von Schlierbach

aus dem Jahre 172g, das Garstener Rotelbuch im ehemaligen bischöflichen

Diözesanarchiv.) Eine in doppelter Hinsicht bemerkenswerte Bereicherung



Abb. 28. Großer Milchglasbecher mit der farbigen

Darstellung des Stiftes Garsten und der Heiligen

Benedikt und Berthold, um 1760

erfuhr die Sammlung älterer österreichischer

 Goldschmiedearbeiten (Abb. 29).

Wiener Goldschmiedearbeiten der

Spätrenaissance sind bekanntlich von

großer Seltenheit und aus begreiflichen

Gründen sehr gesucht. Ein prächtiges

Stück dieser Art fiel dem Museum aus

dem Legat der Frau Hedwig Josch in

Wien zu, das außerdem die Geschichte

der Wiener Goldschmiedekunst des

XVII. Jahrhunderts um einen neuen

Meisternamen bereichert. Es ist das

silberne, zum Teil vergoldete Paradeposthörnchen

 (vermutlich eines alten

Linzer Postmeisters), das außerordentlich

 reich und kunstvoll gearbeitet ist.

Um den Rand der großen Rundung

läuft ein plastischer Lorbeerblattfries;

der darunter befindliche breitere Fries

ist mit der Darstellung einer Baumlandschaft

 ziseliert. Auf diesen appliziert
            
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