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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

Da wir uns im vorstehenden aus Gründen der Zweckmäßigkeit mit

wenigen Ausnahmen auf die Besprechung jener Neuerwerbungen beschränkten,

 die zugleich im Bilde gezeigt werden konnten, so ist damit natürlich

 auch nicht annähernd der Umfang des Zuwachses erschöpft, den die

kunst- und kulturhistorischen Sammlungen des Museums im Laufe der Kriegsjahre

 erfuhren. Immerhin vermögen sie zu zeigen, daß die Sammeltätigkeit

des oberösterreichischen Landesmuseums auch innerhalb dieser Zeitperiode

trotz ungiinstigster Finanzieller Verhältnisse und der zeitweiligen militärischen

Einberufung des Direktors keine wesentliche Unterbrechung erlitt.

DER MERCATO NUOVO ZU-UDINE UND

SEINE KUNSTDENKMALI? 50' VON OSWALD

KUTSCHERA-WOBORSKY 51h

AS Stadtbild des alten Udine wird hauptsächlich durch

zwei Platzanlagen charakterisiert, deren wesentlich

 verschiedene Wirkung von entgegengesetzten

Vorbedingungen abhängig erscheint. Die Piazza

S. Giovanni (auch Piazza Contarena, heute Piazza

Vittorio Emanuele genannt) bietet mit ihrer unregelmäßigen

 Grundrißform eine Anlage, die erst

im Verlaufe der Jahrhunderte zu ihrer allmählichen

 Ausgestaltung gelangt war (Abb. x). Sie

verkörpert ein Konglomerat zahlreicher, keinem

einheitlichen System der Gliederung und gegenseitiger

 Unterstützung unterworfener Gebäude; bilden die Arkaden der von

dem Uhrturme (mit seinen stundenschlagenden Erzmännern) überragten

Johanneskirche und die gegenüberliegende Front der Loggia Comunale die

seitlichen Begrenzungen, so ergibt das ansteigende Niveau des Platzes die

Überleitung gegen den steil abfallenden Burgfelsen, auf dessen Plateau in

beherrschender Lage die breite Masse des Kastells und der hohe, mit der im

Winde sich drehenden Engelsiigur bekrönte Kampanile der nebenstehenden

Schloßkirche sich erheben. So resultiert aus der bunten Vereinigung der den

Platz umgebenden Bauwerke ein an Diagonalen, Überschneidungen, Verkürzungen

 und mannigfaltigen Niveauverhältnissen überaus reiches Bild:

vorgeschobene Kulissen, zurücktretende Prospekte, erhöhte Szenerien

erfüllen die Vedute, für die der Beschauer von verschiedenen Aufstellungspunkten

 stets neue Ausblicke und Ansichtsausschnitte gewinnen kann. Es

ist eine Platzbildung, in deren Bereich die Hauptstraßen der Stadt, teils als

durchschneidende Verkehrsadern, teils als seine Umgrenzung in Tangentenform

 berührende Linienzüge zusammenfließen: das offizielle Leben und die



i Ein Beitrag zur Geschichte des italienischen Platzbildes und zur Entwicklung der Skulptur des XIV.,

XV. und XVI. Jahrhunderts.
            
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