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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

29x

Der Altar von St. Leonhard, der auf dem

Dachboden der Pfarrkirche reponiert gewesen war,

ist, wie es scheint, in allen seinen iiguralen Bestandteilen

 erhalten und auch von den durchbrochenen

Verzierungen der Staffel hat sich einiges gerettet

(Abb. i). Die drei lebensgroßen Figuren des Schreines

stellen Maria mit dem Kinde, den heiligen Leonhard

 und den heiligen Dionysius dar, während vier

Reliefs Legenden aus dem Leben des heiligen

Leonhard erzählen. Dann sind noch vier Flachreliefs

mit Darstellungen heiliger Königstöchter da, alles

im Schmuck der alten

Bemalung und Vergoldung.

 Die Jahreszahl

der Entstehung des

großen Schnitzwerkes

ist im Sockel der Figur

St. Leonhards eingraviert

 (1509).

Die Mitteliigur des

Schreines, die Himmelskönigin

 mit dem

Kinde, frappiert durch

eine ungewöhnlich lebendige

 und kühne Auffassung

 des Motivs, die

stark von der ikonographischen

 Schablone

abweicht: das nackte

Kind schnellt in lebhaftester

 Bewegung vom

linken Arm zum fach Abb. 2. Altar von St. Leonhard,

ten Arm der Mutter Dem,

herüber und ergreift

mit dem Händchen eine dicke, über die Brust

herabhängende Haarflechte (Abb. 2). Im gekrönten

 Haupt der Madonna wie auch in den

Köpfen des heiligen Leonhard und desheiligen

Dionys, der sein Haupt auf einem Buche vor

sich herträgt, paart sich ein hoher Ernst mit

einer gewissen realistischen Lebensfülle, der

ebenso wie die Ruhe der Gesamtauffassung

und der breite "und großzügige Stil der Gewand-Abb.

 3. Altar von Sz. Leonhard, Detail behandlung an die Monumentalität der Figuren
            
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