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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

den Westen gedrängt und wir

erleben mit der erneuerten Verschiebung

 des politischen Machtzentrums

 zunächst nach dem kleinasiatischen

 Westen und bald darauf

nach Konstantinopel den letzten

Akt der türkischen Völkerwanderung.

 Dabei ist auch hier - wie

für die Entwicklung der asiatischen

Völker überhaupt - das Charakteristische,

 daß der Übergang sich

nicht als eine allmähliche, organische

 Evolution aus dem Vorhergegangenen

 vollzieht, sondern als

ein kräftiges Neueinsetzen, bei dern

die einem Machtwillen entspringende

 Organisation Überliefertes

neben Fremdem nur benutzt, nicht

aufihmgriindeLWiedasGeschlecht

der Osmanen nicht direkt aus der

seldschukischen Kultursphäre, sondern

 selbständig aus halbnomadischen Hirtenstämmen erwuchs, die nur im

weiteren Umkreis der seldschukischen Macht ihre Weideplätze erhielten, so

werden uns auch ihre ersten Kunstleistungen als etwas durchaus Selbständiges,

 „an keine Schule der Baukunst Erinnerndes" geschildertfi Ihr „massiver

und schwerfälliger Stil" darf uns aber bereits wiederum das Inkrafttreten

der den Türken seit alters eigenen kubischen Prinzipien bedeuten. Als

späterer Vertreter dieses frühosmanischen Stils kann noch die 1392 errichtete

 Jeschil Dscharni in Isnik (Abb. 38) gelten. Als ein einfacher quadratischer

 Raum, der mit der vom Osten her längst geläufigen Kuppel überdeckt

wird, zeigt sie bereits jenes Streben nach einheitlicher Raumgestaltung, das

für die Folgezeit charakteristisch bleibt und das Hauptziel osmanischer

Architektur wird. Daran können auch seldschukische Nachklänge, wie die

der Medresenanlage, nichts ändern, indem die an den Hauptraum angeschlossenen

 Iwane allmählich verkümmern oder mit

diesem zu einer Einheit zusammengezogen werden."

Auch der in gewissem Sinne an die arabische Pfeilermoschee

 gemahnende Versuch,""'"' einen großen

Raum durch Aneinanderreihung vieler von Pfeilern

Abb. 36. Genienrelief vom Stadttor in Kenia

" Vgl. Momani Effendi in „Ottomanische Baukunst" (Konstantinopel

x873), Seite 33'.

""' Vgl. die Moschee Murnds I. (x36c bis 1339). Grundrlß bei Wilde,

„BrusaaW, Fig. 6, und bei Diez, „Kunst der islamischen Völker", Abb. x65.

"" Zum Beispiel Ulu Dscharni in Brussa (Wilde, Fig. 39; Dia, Abb. 37. Genius aus einer

Abb- 169) Wandmalerei (Idikutschari)




            
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