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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

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treten mußte. Darin gehen denn auch die folgenden Bauten über den byzantinischen

 Richtungsbau hinaus; das Vorherrschen einer Richtung, das in der

Sophienkirche als Ausdruck einer zeitlichen Aufeinanderfolge den antiken

abendländischen Geist noch durchschlagen ließ, weicht dem in sich beruhenden

 Zentralgedanken. So ist zum Beispiel in der Moschee Ahmeds III. (Abb. 4 x)

der Mittelraum nach allen vier Seiten von Halbkuppeln umschlossen, die

ihrerseits wieder auf kleineren I-Ialbkuppeln ruhen, welche das ganze Gefüge

sinnreich zum umschließenden Kubus ausgleichen. Das Ganze ist dabei

in jenem abstrakten Charakter gehalten, dem der Kräfte symbolisierende,

organisch verbindende Charakter der Antike fehlt, der die einzelnen Teile

als Selbständiges nebeneinanderreiht. Man beachte in diesem Sinne, wie das

Aufruhen der Kuppel- und I-Ialbkuppelbogen auf den unabhängig von ihrem

Durchschnitt geformten Rundpfeilem keine Betonung erfährt, ja durch die

Dekoration und die Stalaktitenüberleitungen geradezu verwischt ist. Ähnlich

wie in der Gotik sind die Wände durch Auflösung in Fenster durchaus entmaterialisiert

 und noch dazu läßt der Mangel eines tragenden Gerüstes, wie

es in der Gotik durch die durchlaufenden Lisenen und Rippen erscheint,

die völlige Abstraktion von den tatsächlich wirkenden Kräften erkennen. Das

Gefüge ist kein organisch wachsendes, sondern ein trigonometrisch abstraktes.

Dies kommt nicht minder am Äußeren der Moscheen zum Ausdruck.

Auch da wird durch die nach allen Seiten gleichmäßige Aneinanderfügung

der klar absetzenden Teile weit über die Sophienkirche hinausgegangen



Abb. 45. Moschee Selims I. (Adrianopel)
            
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