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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 142)

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(Eine Ausstellung von Werken der Ulmer Kater-schale) wird zur Jubelfeier 
des Soojahrigen Bestehens der Ulmer Münsterkirche daselbst vom 30. Juni bis I5. Juli 1877 
auf Anregung des Vereines für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben stattfinden. 
(Gypemuseum in München.) Ein Museum von Gypsabgüssen der berühmtesten 
Antiken wird in München in den Räumen der ehemal. Kunstgewerbeschule unter den 
Arkaden aufgestellt und soll demnächst eröffnet werden; es wird mehrere hundert Gyps- 
nbgüsse umfassen. Prof. Dr. Heinrich B runn leitete die Organisation dieses Museums. 
(Kunatgawerbesohnle tnKbln.) Die städtische Schuldeputation in Koln hat sich 
für die Errichtung einer Kunstgewerbeschule ausgesprochen. Ein dahin zielender Antrag 
wird schon in nachster Zeit dem Stadtverordneten-Collegium unterbreitet werden. 
(Ausstellung von Arbeiten der vervielfältrlgenden Künste zu Nürnberg.) 
Das kön. baierische Gewerbemuseum zu Nürnberg veranstaltet in der Zeit vom 2. Sep- 
tember bis 7. October 1877 eine Ausstellung von älteren und neueren deutschen kunst- 
gewerblichen Arbeiten aus den Gebieten des Buch- und Kunsldruckes. Die Ausstellung 
findet im Gebäude des Baierischen Gewerbemuseurns zu Nürnberg statt. 
Zweck der Ausstellung ist, die Entwicklung des Buch- und Kunstdmckes mit seinen 
Nebenarbeiten in Deutschland zu zeigen, die Kenntnisse _der zu Gebote stehenden Ver- 
viellältigungen zu verbreiten und zu einer umfassenden Benutzung jener Hilfsmittel, welche 
die neuere" Wissenschaft hiefür bietet, anzuregen. 
Zugelassen werden zur Ausstellung solche Arbeiten, welche in Deutschland vorn 
Beginne des sechzehnten Jahrhunderts bis zur Gegenwart ausgeführt sind, und 
zwar als Erzeugnisse der Buchdruck-, der Kupferdruck- und Steindruckpressen, der 
Glasplatten- und Walzenpressen und der Lichtcopie, einschliesslich der dabei zur Anwen- 
dung kommenden künstlerischen und mechanischen Vorarbeiten. Metallschnitte, Metall- 
stiche, Metallatzungen, Holzschnitte, Lithographien. Autographien, Fnrbendrucke, Photo- 
graphien, Lichtdrucke auf Papier und anderen Stoffen sollen ausgestellt werden. 
Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass nicht nur fertige Producte, sondern auch 
das zu ihrer Herstellung angewendete Verfahren durch Vorführen der Werkzeuge, Appa- 
rate, Chemikalien, Pressen u. s. f. der in Arbeit befindlichen Druckplatten in verschie- 
denen Stadien, sowie Abzugae davon ausgestellt werden. 
Gleichzeitig mit der rötfnung der Ausstellung soll ein ausführlicher Katalog aus- 
gegeben werden, welcher, womöglich mit Illustrationen ausgestattet, die nöthigen Erläu- 
terungen bieten wird. Es ist deshalb sehr erwünscht, ausführliche Beschreibungen der 
auszustellenden Gegenstände schon bei der Einsendung der Anmeldung zu erhalten. Die 
Gegenstände selbst werden vier bis sechs Wochen vor der Eröffnung der Ausstellung er- 
beten. Bei alteren Arbeiten haben die Erläuterungen sich auch auf Alter und Vorkommen 
zu erstrecken. 
Die Ausstellungsgegenstände werden systematisch nach Art ihrer Herstellung grup- 
pirt, so dass jede einzelne Gruppe ein möglichst vollständiges Bild ihrer künstlerischen 
und technischen Entwicklung während vier Jahrhunderten gibt und die Leistungen der 
Neuzeit mit denen der Vergangenheit zur sofortigen Vergleichung und Würdigung sich 
darstellen. ' 
Es besteht die Absicht, ein Preisgericht zur Beurtheilung der ausgestellten Arbeiten 
zu berufen und die besten Werke durch künstlerisch ausgeführte Diplome oder Medaillen 
auszuzeichnen. (Gewerbebl. aus Württemberg 1877, Nr. 8.) 
(Ein Mitteldeutscher Knnetgewarbeverein) hat sich jüngst in Frankfurt a. M. 
gebildet und sich die Aufgabe gesetzt, den Gewerbetreibenden die Hilfsmittel der Kunst 
und Wissenschaft zugänglich zu machen und hiedurch zur Hebung des deutschen Kunst- 
gewerbes und zu dessen Veredlung hinsichtlich der Schönheit der Form und der tech- 
nischen Vollendung hinzuwirken. Zugleich soll derselbe einen Vereinigungspunltt für 
Künstler, Gewerbetreibende und Freunde der Kunstindustrie zu gemeinsamer Thatigkeit 
in dieser Richtung bilden. Zur Erreichung der Vereinszwecke sollen insbesondere fol- 
gende Mittel dienen: 1. Errichtung einer ständigen Ausstellung moderner kunstgewerb- 
licher Erzeugnisse; 2. Veranstaltung vorübergehender Ausstellungen älterer und moderner 
kunstgewerblicher Gegenstände; 3. Sammlung älterer und moderner kunstgewerblicher 
Erzeugnisse; 4. Beschaffung einer Bibliothek und Modellsammlung; 5. Errichtung kunst- 
gewerblicher Unterrichtsanstalten, beziehungsweise Unterstützung von Bestrebungen, welche 
auf Errichtung solcher Anstalten hinzielen; 6. Errichtung kunstgewerblicher Musterwerk- 
statten; 7. Vermittlung kunstgewerblicher Entwürfe, Nachweis von Hilfsmitteln und Er- 
theilen von Rathschlägen; 8. Preisausschrcibungen; g. Abhaltung von Besprechungen und 
' Vortragen über allgemeine und specielle kunstgewerbliche Fragen und Veranstaltung be- 
zuglicher Publicationen; 10. Anknüpfung und Unterhaltung von Beziehungen zu ähnlichen
	        

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