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MAK

Full text : Jahresbericht (1899)

Vertretern der Wissenschaft für die Zeitschrift des Institutes gelieferten Beiträge

 hinweisen. Ein Blick in die Liste derjenigen, die an der diesjährigen

Ausstellung des Museums sich betheiligen, zeigt die Stellung des Museums

gegenüber dem schaffenden Gewerbe in erfreulichster Weise, und ich weiss

nicht, soll ich sagen, es ist zu fürchten oder zu hoffen, dass die Räume dieses

Hauses sich bald als zu klein erweisen werden, um dem Andrange zu

entsprechen.

Indem ich allen jenen, die an diesem schönen Werke mitgewirkt haben,

den Dank der Unterrichtsverwaltung ausspreche, erkläre ich die Winterausstellung

 des Österreichischen Museums für eröffnet."

Hierauf fand einRundgang durch die Ausstellung statt. Nach derBesichtigung

der ausgestellten Objecte hielt Architekt Hoftischler Leopold Müller folgende Ansprache

 an den Leiter des Unterrichts-Ministeriums:

„Euere Excellenz! In meiner Eigenschaft als Obmann des Aussteller-Comites

wird mir die Ehre zutheil, der hohen Unterrichtsverwaltung und Euerer Excellenz

persönlich den Dank für das Interesse an unseren Bestrebungen zum Ausdrucke zu

bringen, welches Euere Excellenz durch Ihr Erscheinen bekunden. Auch wir dürfen

mit Befriedigung die Wendung zum Besseren constaüren, die sich in derrbeiden

letzten Jahren auf dem Gebiete der heimischen Kunstindustrie gezeigt hat, eine

Erscheinung, die wohl allen jenen von uns zustatten gekommen ist, die mit Verständnis

 und Mass der Bewegung der Zeit gefolgt sind. Zu nicht geringem Theile

dürfen wir diesen Aufschwung der Förderung zuschreiben, welche die hohe

Unterrichtsverwaltung durch die ihr unterstehenden Institute dem österreichischen

Kunsthandwerke zutheil werden liess, indem sie, und darauf sei in erster Linie

hingewiesen, dem Österreichischen Museum und dessen Kunstgewerbeschule jene

Bahnen und praktischen Ziele verzeichnete, welche den grossen Anforderungen

der Neuzeit auf unserem Gebiete entsprechen.

Wenn wir so mit Freude auf die Erfolge unseres Schaffens hinweisen

dürfen, so drängt es uns, mit aller Macht desjenigen zu gedenken, unter dessen

warmer Fürsorge und allergnädigstem Schutze das österreichische Kunstgewerbe

das geworden ist, was es heute bedeutet, unseres erhabenen Monarchen und

allergnädigsten Kaisers. Im Namen der Aussteller des Österreichischen Museums

rufe ich darum: Seine Majestät der allergnädigste Kaiser und Herr lebe Hoch!"

Die Versammlung stimmte begeistert in das dreimalige Hoch ein.

Seine Majestät der Kaiser geruhten am 5. December die Winterausstellung

im Österreichischen Museum zu besichtigen und bei dieser Gelegenheit

Allerhöchstseine Anerkennung der Leistungen des österreichischen Kunstgewerbes

 auszusprechen.

Die Winterausstellung wurde ferner von den meisten der hier weilenden

Mitglieder des Allerhöchsten Kaiserhauses mit Besuchen beehrt. Es besichtigten

die Ausstellung am 24. November Frau Erzherzogin Maria Theresia mit der

Frau Herzogin von Parma, am 28. November Frau Kronprinzessin-Witwe

Erzherzogin Stephanie und Frau Erzherzogin Elisabeth, am 6. December Frau

Erzherzogin Isabella, am 8. December Herr Erzherzog Franz Ferdinand von

Österreich-Este, am n. December Herr Erzherzog Franz Salvator und Frau

Erzherzogin Marie Valerie mit der Frau Erzherzogin Maria Immaculata, am

15. December die Frauen Erzherzoginnen Elisabeth und Annunciata und am

3x. December v. M. Herr Erzherzog Ludwig Victor.

An der Winterausstellung haben sich x76 Kunstgewerbetreibende - davon

140 in Wien, 36 in der Provinz -- betheiligt. Die Gesammtverkäufe, welche die

SEINE MAJESTÄT DER

' KAISER IN DER

WINTERAUSSTELLUNG
            
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