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dem Bedürfniss nach plastischer Vertiefung entsprechen. So bleibt endlich
nur noch die raumschaffende perspectivische Linie, wie sie die Stillleben,
die Innenansichten von Schränken und namentlich die zahlreichen architektonischen
Prospecte aufweisen. Wenn Burckhardt meint, dass sich in
letzteren der übermässige Baugeist der Zeit ahlagere, so hat das doch
nur zum Theil seine Berechtigung. Durch die ganze Kunst des Quattrocento
geht der Zug, die neue perspectivische Wissenschaft zu verwerthen,
das freudige Sichüben in constructiven Problemen, wie sie just eine architektonische
Stalfage am deutlichsten bot. Dazu mochte in diesem Falle
noch kommen, dass, was Vasari zu einer unrichtigen Schlussfolgerung
auf ihr Alter verleitet, die Darstellung geradliniger Gegenstände den Intarsiatoren
am leichtesten, d. h. wohl auch diesem Kunstzweig am entsprechendsten
war, Deshalb auch widmen sich die besten Kräfte wie
Barili, Giov. da Verona und andere mit besonderer Vorliebe derlei M0-tiven,
ohne indess die menschliche Figur vollständig aus ihrem Darstellungskreis
auszuschliessen.
Ganz ohne Zusammenhang mit der anstossgebenden Kunst und eher
wieder auch durch die Verwendung vielfach gefärbter Hölzer auf das eigentliche
Mosaik zurückweisend, sind die tigurenreichen Historien und Landschaften,
wie wir sie zuerst von Fra Damiano von Bergamo, dann auch
von seinen Schülern nach Zeichnungen Lott0's ausgeführt finden und wie
sie endlich im 16. bis 18. Jahrhundert zu bedenklicher und allgemeiner
Herrschaft gelangen. Damit hat aber auch die Holzmalerei jegliche Stilgrenze
verlassen und artet zu einer künstlerischen Spielerei aus.
Auf der vollen Höhe decorativer Kunst steht dagegen die [ntarsia
in ihrer dritten Form, wenn sie Pilaster, Friesbänder, Mittelfelder mit
ihrem reichen Ranken- und Arabeskenwerk überzieht. Wie sie selbst erst
der ausgebildeten Renaissance entspringt, gehören auch ihre Muster zu
den edelsten Blüthen derselben. Ein Blick darauf zeigt, welcher Formenwelt
sie ihre Entstehung verdanken. Es ist das auf die Fläche übertragene
Reliefornament der Steinsculptur, theilweise natürlich modificirt durch
die eigenthümlichen Bedingungen, unter die es in der neuen Anwendung
tritt.
Charakteristisch für diese lntarsienart im Vergleiche mit den früher
genannten ist der scharf ausgesprochene Gegensatz von Grund und Einlage,
ersterer meist dunkel, letztere hell, ferner die durchgängige Einfärbigkeit
des Ornamentes. Das bedingt ein Stilgebot, das in den besten Werken nie
vernachlässigt, selbst wieder massgehend für die Formbildung wird, nämlich
alle geschlossenen Massen aufzulösen, der Fläche des Grundes die
bewegte Contour der Einlage gegenüberzustellen. Vasen, Postamente und
dergleichen werden durchbrochen, gewissermassen nur in ihrem structiven
Gerüste dargestellt, die figuralen Elemente, wie Putten, dann alles Gethier,
so widerstrebend sie im Grund dieser Decorationsweise sind, wenigstens
durch kräftige Markirung der Innenformen belebt. Beispiele dieser