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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 168)

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Unterrichtswesen hergestellt wäre, und wenn von ernsthaften und erfahrenen

 Männern eine einheitliche Organisation und eine geregelte Beziehung

 zwischen der Fachschule, der Volks- und Bürgerschule und der Gewerbeschule

 angestrebt würde!

In Wahrheit beruhen alle echt österreichischen Traditionen im Unterrichtswesen

 darauf, dass die Einheit des pädagogischen Lehrganges festgehalten

 wird und dass das Unterrichtsministeriurn in Wirklichkeit auch

die oberste Behörde für den gesamrnten Unterricht ist. Das ist die echte

österreichische Tradition, die nur unterbrochen wurde in der Zeit, in welcher

die Sitzungen der Ministerial-Commission des Unterrichtsministeriums suspendirt

 wurden. Zwischen dem Ackerbau- und dem Unterrichtsministerium

ist die österreichische Grundidee des einheitlichen Unterrichtes so ziemlich

hergestellt; für die Anstalten des Handelsministeriums hingegen ist dieses

Ministerium ausschliessliche Unterrichtsbehörde, und so stehen denn dessen

Anordnungen nicht immer im Einklang mit den ldeen, welche vom Unterrichtsministeriurn

 für den gewerblichen Unterricht vertreten werden, so

dass durch diese Art von Leitung vielfache Störungen herbeigeführt werden.

 Je früher diesem Zustande ein Ende gemacht wird, desto besser ist

es. Es ist nicht absolut nöthig - wiewohl es das einfachste und darum

praktischeste wäre - dass die Faclischulen aus dem Ressort des Handelsministeriums

 in das des Unterrichtsministeriums übergingen, wohl aber

ist es nöthig, dass die pädagogische und didaktische Leitung auf gleicher

Basis steht und dass man in dem gesammten österreichischen Unterrichtswesen

 einheitlich vorgeht. Der Zeichenunterricht, der in der Volksschule

 gegeben wird, ist nicht nur als ein allgemein ästhetisch bildender

Unterrichtsgegenstand anzusehen, sondern er muss zugleich als eine

nützliche Vorbereitung für den gewerblichen Unterricht betrachtet werden.

Er bildet nach doppelter Seite hin eine Vorbereitung für den gewerblichen

 Unterricht, weil durch ihn die Kinder in der Volks- und Bürgerschule

 sich eine Fertigkeit der Hand und eine sichere Uebung des Auges

angewöhnen, was für einen grossen Theil der Gewerbe sehr nützlich

ist, und dann auch deswegen, weil bezüglich der Art der Vorlagen

dort, wo eine Fachschule vorhanden ist, auf diese selbst Rücksicht genommen

 werden kann.

Aus diesem Grunde scheint es mir besonders wünschenswerth, dass

am Sitze kunstgewerblicher Fachschulen der Zeichenunterricht in der

Volksschule von dem Lehrer der Fachschule beeinßusst werde, und

wenn möglich, dass die ganze Leitung des Zeichenunterrichtes, wie es

in Hallstadt der Fall ist, in die Hände des Lehrers der Fachschule übergeht.

 Ein Volksschullehrer, so geschickt er auch im Zeichnen sein mag,'

hat doch nicht jene Fertigkeit und jene sichere Methode, wie sie der

Fachlehrer haben muss, und es würde dann der Letztere am besten

unter den Kindern die für den späteren Uebertritt in die Fachscbule geeigneten

 herausfinden, und so auf die natürlichste Weise die junge Armee
            
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