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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 173)

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(Prager Kunstakademie.) Der Ausschuss denGescllschaft patriotischer Kunst- 
freunde in Böhmen hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Posten eines Directors 
der Prager Kunstakademie nicht wieder zu besetzen, sondern nach dem Vurbilde anderer 
Kunstschulen das lnstitut des Rectorates einzuführen und die Stelle eines dritten ordent- 
lichen Professors zur Leitung des Ateliers und der Malerschule zu creiren. An die Stelle 
des Herrn Dr. Friedrich Grafen Schönborn, der seinen Wohnsitz nach Wien verlegt 
hat, wurde Herr Dr. Josef Neu mann, Advocat in Prag, zum Geschältsleiter der Gesell- 
schaft patriotischer Kunstfreunde und des Kunstvereines gewählt. 
(Der Pariser Salon 1880.) Das neue Reglement für den -Salon- von 1880, 
welches soeben erschienen ist, macht in hiesigen Kunstlerkreisen viel von sich reden und 
hat [auch für die Künstler des Auslandes ein um so grösseres llnteresse, als eine der 
wichtigsten Neuerungen des Reglements in directer Weise sie betrifft. Das Reglement für 
1880 bestimmt nämlich, dass den ausländischen Künstlern, welche den diesjährigen vSnlon- 
beschiclten, eine besondere Section zugewiesen werden wird. Diese Neuerung wird in dem 
Berichte des Unter-Staatssecretärs der Künste an den Minister folgendermaßen rnotivirt: 
nVon allen Gesichtspunkten aus empfiehlt es sich, ihr (der ausländischen Künstler) Streben 
und ihre Tendenz zu constatiren. Sei es, dass sie sich von den Künstlern französischer 
Nationalität durch ihre originellen Eigenschaften auszeichnen, sei es, dass sie sich ihnen 
durch erworbene Eigenschaften nähern, wir haben in beiden Fallen und indem wir ihnen 
gleichwohl eine entgegenkommende Gastfreundschaft gewähren, ein grosses Interesse, sie 
in ihren Arbeiten mit Aufmerksamkeit zu verfolgen: Eine andere radicale - und hier 
im Allgemeinen abfällig beurtheilte - Neuerung besteht darin, dass die ausgestellten 
Oelgentälde nach Genres classilicirt werden sollen. Die Historien-, Landschafts- und Genre- 
bilder, sowie die Porträts werden, von einander abgesondert, in eigenen Sectionen aus- 
gestellt werden. Nicht genug an dieser Classitication, werden noch besondere Abtheilungen 
creirt für dieKünstler, dieMitglieder der Akademie sind, welche für ihre Werke rnit dem Orden 
der Ehrenlegion decorirt wurden oder auf früheren Ausstellungen entweder eine Medaille 
oder den Prix du Salon, den Prix de Rorne oder eine Mention honorable erhalten haben. 
Da indess dieses neue Reglement nur fur den vSalonn von 188a gilt, wird diese nmethodische- 
Classification, wenn sie sich nicht bewähren sollte - wie man hier in Künstlerkreisen 
allgemein annimmt - nur eine kurze Lebensfrist haben. Nicht unerwahnt mag aber eine 
Reform bleiben. welche neben den oben erwähnten prekären Neuerungen eine entschieden 
anerkennenswerthe und liberale ist. Es ist dies die Creirung einer mit der Section für 
Architektur in Verbindung stehenden Abtheilung für monumentale und decorative Kunst. 
Dieselbe wird Skizzen, Modelle, Aquarelle und ndthigenfalls auch Photographien von 
Kunstwerken enthalten, deren Natur oder lnamovibilitat die Ausstellung in natura nicht 
möglich macht. Die Bestellung oder Ausführung solcher Arbeiten muss der betrefende 
Künstler mittelst eines vorn Architekten des Baues oder Denkmals auszustellenden Geni- 
ücats legitimiren. Für diese Abtheilung ist auch eine Medaille erster Classe creirt worden. 
(N. Fr. Pr.) 
(Preisausschreiben) Der kgl. Universität München sind 3000 Mark übergeben 
worden zum Zwecke der Ausschreibung eines Preises für die beste Geschichte der 
deutschen Holzschneidekunst von der ältesten bis zur neuesten Zeit Der Termin 
der Einsendung ist 1. Janner 1883. 
(Preisausschreiben) Das Gewerbemuseum zu Schtvabisch-Gmünd schreibt nach- 
folgende Preisaufgaben aus, bestehend in Entwürfen von: L einer Garnitur ganz von Gold 
oder auch mit Silber combinirt, bestehend aus Collier mit Anhänger und Ohrgehangen 
im Fabrikspreis von 300 Mark, erster Preis 120 Mk., zweiter Preis 6c Mk.; -- ll. einer 
Garnitur wie oben im Fabrikspreis von 150-180 Mk., erster Preis 80 Mk., zweiter Preis 
40 Mk.; - lll. einer Garnitur in Silber, bestehend aus Collier mit Anhänger, Armband 
und Ohrgehangen im Fabriksprcis von 80-100 Mk., erster Preis 80 Mk., zweiter Preis 
4o_ Mk.; - lV. einer Broche oder einem Anhänger mit Ohrgehangen ganz von Gold oder 
mit Silber combmirt im Fabrikspreis von 30-40 Mk., erster Preis 6a Mk., zweiter Preis 
40 Mk.; - V. einem silbernen Pocal im Fabrikspreis von 150 ML, erster Preis 120 Mk., 
zweiter Preis 60 Mk. Ausserdem werden noch eine Anzahl Belobungs-Diplome für her- 
vorragende Arbeiten zuerkannt werden. - Einsendungen sind bis spätestens 15. Marz 188a 
franco an den Vorstand des Gewerbemuseums, Commerzienrath J. Erhard in Schwäbisch- 
Grnund. zu richten. 
Zu Preisaufgabe IV ist zu bemerken, dass die in Schwabisch-Gmünd verfertigten 
Gßldwßrlrßn Vßrwißgßnd MS billiger, sogenannter couranter Bijouterie bestehen und es 
wurde in Rücksicht dessen die obige Aufgabe gestellt. - 
 
snaimri-t; du x. i. Oashrr. Inlnulvu. nnhhdmd m, c." 55.14 3.„ h ' ' 

	        

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