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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 179)

Arbeit anfertigen will, muss genau wissen, in welcher speciellen Technik

das seinem geistigen Auge vorschwebende Object ausgeführt werden könne

und solle, was er von jeder einzelnen Technik erwarten und verlangen,

mit welcher Technik er den gewünschten und vorausberechneten Elfect

erzielen könne; er muss also vorher die in Mitwirkung kommenden Techniken

 genau kennen lernen, was nicht allzuschwierig ist, und ebenso wird

es sich für den Künstler bezüglich des Wagenbaues, der Sattlerei und

Riernerei verhalten,

ln der Sache selbst liegt jedoch eine, vielleicht noch größere

Schwierigkeit. Einem Tische kann der Künstler einen oder auch vier

FüBe geben, er kann dieselben massiver und gewichtiger, oder leichter

und zierlicher halten, er kann sie in tausenderlei Formen schweifen, er

kann die Platte rund, oval, viereckig formen; beim Wagen sind aber

der Phantasie des Künstlers weit engere Grenzen gezogen, es kann von

gewissen Grundformen und Bestandtheilen nicht abgegangen werden.

Der Wagen muss vier (eventuell seltener zwei) Räder besitzen, die

äußerste Peripherie dieser Räder muss eine vollkommen glatt kreisrunde

sein, deren Linie nur an der inneren, dem Centrum zugekehrten Seite

gebrochen werden kann, niemals aber an der äußeren. Zwischen und

über den Rädern muss sich der Wagenkasten befinden, welcher in seinem

Inneren für eine bestimmte Anzahl von Personen mehr oder weniger bequeme

 Sitze zu bieten, an seiner Außenseite vielleicht einen Kutschbock

und rückwärts einen Dienersitz zu tragen hat. Die an sich absolut unschöne

 Deichselstange ist vollkommen unentbehrlich, wenngleich durch

die Pferde maskirt, und an ihre Spitze zur Anbringung hübscher Verzierungen

 gut geeignet. Die Länge des Wagens bewegt sich mit Rücksicht

 auf seine besondere Bestimmung und leichte YVendbarkeit innerhalb

ziemlich enger Grenzen, wobei noch insbesondere darauf Bedacht genommen

 werden muss, dass die Vorderräder in der Regel weit unter den

Kasten hineindrehbar sein sollen. Die Breite des Wagens zwischen den

beiden Rädern je eines Räderpaares ist (bis auf die sehr kleine Differenz

zwischen dem "Stadt-u und dem etwas breiteren nLandu-Geleise) beinahe

Ex gegeben und muss überdies bei beiden Räderpaaren die gleiche sein.

Die Höhe des Wagens und jene der Pferde müssen in richtigem Verhältnisse

 zu einander stehen, so dass ein Wagen für Ponies nicht zu hoch,

dagegen ein solcher für achtzehn Faust hohe Carrossiers nicht zu niedrig

sein darf. Die Strangwagve, oder beziehungsweise die sogenannten "Dritteln,

an welchen die Zugstränge befestigt sind, müssen in bestimmter Höhe

angebracht sein, weil sich sonst die Zugkraft der Pferde nur schlecht ausnützen

 ließe. Doch liegt in allen diesen Punkten gewiss kein Hinderniss

 der künstlerischen Gestaltung des Wagens, sondern höchstens bieten

sie Schwierigkeiten, die aber ohne Zweifel überwunden werden

können. Von anderen kleinen Rücksichten, die genommen werden müssen,

wie yz. B., dass der Wagen leicht zu besteigen sein muss, dass in einem

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