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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 184)

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wballati: das Genre jener Majoliken, welche dazu dienten, um auf den- 
selben den Tänzerinnen Confecte und Erfrischungen- zu reichen w). Zwei 
davon sind in der Mitte mit einem Cupido, auf dem Rande mit Tro- 
phäen auf blauem Grunde decorirt, die dritte") zeigt Musikinstrumente 
in Weiß und Blau, umgeben von einer Ornamentumrahmung. Zu den 
nballatiu ist ferner noch jener früher erwähnte Teller aus Faenza mit 
dem Geigenspieler zu rechnen. BesondermErwähnung verdient endlich 
noch eine Schüssel (Nr. 48) mit der Darstellung von Christi Geburt aus 
sehr früher Zeit. Die Farbengebung ist ungemein leicht und zart und die 
Zeichnung mit jener liebevollen Sorgfalt ausgeführt, wie dies für einen 
im Entstehen begriffenen Kunstzweig charakteristisch ist. 
Von den übrigen Schüsseln und Schalen sind 16 mit mythologischen 
Scenen bemalt, 12 mit biblischen Darstellungen, drei mit historischen, eine 
mit einer Jagdscene und eine mit einem sternartigen Muster. -- ln Bezug 
auf correcte Zeichnung, Composition und Farbenstimrnung untereinander 
sehr verschieden, zeigen doch alle jene unerreichte Leichtigkeit und Sicher- 
heit in der Behandlung} welche wir an den Majoliken des 16. Jahrhun- 
derts bewundern. . (Forrseuung folgt.) 
Dle historische Ausstellung Im Vliener Künellerhause. 
Es war ein glücklicher, fruchtbarer Gedanke, die gewöhnliche Aus- 
stellung von modernen Bildwerken durch eine Ausstellung älterer Kunst- 
werke zu unterbrechen. Unsere Künstler lieben es im Allgemeinen nicht, 
sich mit der alten Kunst so eingehend zu beschäftigen, wie es speciell in 
Frankreich Tradition der Künstler und Kunstschulen ist. Um so erfreu- 
licher ist es, dass gerade in einem Gebäude, das der Pflege der modernen 
Kunst gewidmet ist, eine Ausstellung von Werken älterer Kunstperioden 
veranstaltet wurde. Es wird die Vergangenheit der Gegenwart näher ge- 
rückt, und gewiss wird diese Berührung anregend wirken, insbesonders 
für jüngere Künstler, denen das Studium von Meistern der Vergangenheit 
nicht so leicht zugänglich ist, wie ältern Künstlern und Kunstfreunden. 
Darum glauben wir, dass die jetzige Ausstellung im Künstlerhause nicht 
bloß interessant und lehrreich ist, sondern auch fruchtbar sein wird. 
") Schrank 3x. 
") Ebenso.
	        

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