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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 184)

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, Ganz besonders lehrreich sind dief Porträte der e nglisch en Maler

Jos uah R e y n o] d s , Thomas L a w r e n c e, wohl des geistvollsten Porträt-'

 malers unseres Jahrhunderts, an dessen Werken sich Fr. Amerling herangebildet

 hat, und Gainsborough; - die italienischen Kunstschulen,

welche in der Epoche, die hier vorgeführt ist, eine nicht unbedeutende

Rolle gespielt haben, sind" durch Battoni, Struldel, Solimena, Altomonte,

 Lampi u. a. m. vertreten;

Die deutsche Kunst oder richtiger die deutschen Kunstschulen in

der Zeit von 1680-1820 - und zu diesen gehört wohl auch die Wiener

Malerschule - sind durch eine Reihe von interessanten Bildern und

Künstlern vertreten. So nehmen die Porträte von Auerbach, Hausner, die

Werke Seybold's, Trogefs u. a. m. eine achtbare Stellung ein; keiner

der Maler dieser Zeit aber ist bedeutender als Kupetzky, der wohl eine

specielle Würdigung verdiente. Die Wiener Porträtmaler des ig. Jahrhunderts,

 Kralft, der Romantiker Schäfler, Daflinger, Kriehuber, Friedr.

Amerling bilden den natürlichen Uebergang zur Gegenwart. Jetzt kommt

wieder das Porträt zu Ehren, theils durch die im Staatsauftrage ausgeführten

 Porträts, theils durch hervorragende lebende Meister im Porträtfach,

 deren bedeutendster Heinrich v. Angeli ist.

Wir bedauern, nicht eingehender einzelne Werke behandeln zu

können, doch wollen wir nicht unterlassen, auf die lehrreichen Selbstporträte

 von Künstlern, auf die zahlreichen Porträte von Dilettanten, auf

die Miniaturbilder und auf die Porträte, die von Bildhauern ausgeführt

wurden, aufmerksam zu machen. Erwähnen wir die Arbeitenyon Strudel

als charakteristisch für die Extravaganzen der Barocltzeit, so verdienen

die Arbeiten von M. Donner, Fischer, Zauner und Chaudet besonders

hervorgehoben zu werden.

Dass das Porträt in der Kunst eine ganz bedeutsame Rolle spielt,

wird Niemandem entgehen, der die ethischen Grundlagen der Kunst, den

Zusammenhang der Kunst mit der Gesellschaft und ihren Bedürfnissen

untersucht. Wo das Familienleben gedeiht, da entwickelt sich von selbst

die Kunst des Porträts; alle Völker, welche das Familienleben hochschätzen,

 wie die Römer, Deutschen, Engländer, haben auch die Kunst

der Porträtdarstellung ausgebildet. In herrschenden Familien des Adels und

des bürgerlichen Patriciates und in allen Ständen, in welchen die Continuitlit

des persönlichen Regiments eine Rolle spielt, dort überall hat sich das

Porträt eingebürgert; wo diese ächt conservativen Factoren der Gesellschaft

 ins Wanken lgerathen, da schwächt sich auch das Interesse für die

Porträtkunst. Daher die Erscheinung, dass heutigen Tages Menschen, die

Tausende von Gulden für Luxus-Mobilien und Pferde ausgeben, zu

sparen anfangen, wenn es sich darum handelt, Porträtdarstellungen für die

Häupter und Mitglieder ihrer Familie zu veranlassen. Doch lassen wir diese

Bemerkungen und schließen wir mit der Betonung der Thatsache, dass

das Porträtfach eines der wichtigsten Zweige der Kunst war und ist, und
            
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