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Erst derjenige, der die Ausführbarkeit seiner Entwürfe auf Grund praktischer
Erfahrungen aus einer Werkstätte zu beurtheilen weiß, wird sein
künstlerisches Können vollends zu verwerthen im Stande sein. Glücklicherweise
bricht sich diese Ansicht unter unseren lndustriellen bereits
immer mehr Bahn; mehrere, darunter z. B. ein Tischler, ein Goldschmied
und ein Glaswaarenfabrikant entsendeten ihre Söhne zur Ausbildung an
unsere Anstalt und gerade diese zeugen durch ihre Leistungen am meisten
für die Ersprießlichkeit des Lehrganges.
Nicht unerwähnt kann die Ausstellung der Abtheilung für Keramik
und verwandte Fächer bleiben. Von den} verschiedenen daselbst gleichmäßig
gut geübten Techniken verdient vor Allem der Versuch mit Unterglasmalerei
nach Art der alten venezianischen Arbeiten besonders hervorgehoben
zu werden. Und schließlich der Cursus für Spitzenzeichnen, die
jüngste Abtheilung unserer Kunstgewerbeschule, sie hat durch eine eminente
Ausstellung bewiesen, wie schnell sie ihren älteren Schwestern
nachwächst.
Eine Denkschrift des preußischen Unterriehtsministariums ber
gewerbliche Fachschulen.
Bekanntlich ist in Preußen seit ungefähr zwei Jahren die Cuncentration
des gesammten gewerblichen Bildungswesens im Unterrichtsrninisterium
durchgeführt, und bemüht sich die in solcher Weise geschaffene
Centralstelle eine einheitliche Organisation sämrntlicher theils vorn Staate,
theils von anderen Interessenten erhaltenen Fachschulen herbeizuführen.
Aus diesen Bestrebungen ist eine vom geheimen Ober-Regierungsrath
Karl Lüders verfasste Denkschrift über die Entwicklung der gewerblichen
Fachschulen in Preußen während der Jahre 187g und 1880 hervorgegangen,
welche sich wiederholt mit den ähnlichen Institutionen in
Oesterreich beschäftigt.
Wenn die dabei mehrfach zu Tage tretende Anerkennung unserer
Bestrebungen einerseits geeignet ist, mit Befriedigung zu erfüllen, so
verdient anderseits die ungemein zutreffende Kritik, welche bei aller
von einer ofiiciellen Schrift zu beobachtenden Zurückhaltung nicht ganz
vermieden werden konnte, unsere ernste Beachtung. Wir sehen uns
dazu umsomehr veranlasst, als sich der Bericht im Ganzen den österreichischen
Bestrebungen gegenüber äußerst wohlwollend verhält, ja sie
in mancher Hinsicht mit der Absicht anführt, in Preußen zur Nacheiferung
anzuspornen. Dies ist der Fall bei Erwähnung der bedeutenden
Summen, welche in Oesterreich auf Staatsstipendien für Schüler der
Gewerbe- und Werkmeister-schulen verwendet wird. Dies erkennen wir
ferner in dem Hinweis auf die vom Unterrichtsministeriurn 1876 in's
Leben gerufene Fachschule für Ciseliren und Treiben, und endlich an allen
Stellen, wo von dem Aufwande an Kraft und Geldmitteln die Rede ist,
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