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lich gelungen, und das war es, was das Ansehen des Handwerkes begründete
und rechtfertigte. Wenn wir ihre Satzungen durchgehen, finden wir
-- neben Verschiedenheiten im Einzelnen - folgende allen gemeinsame Züge.
Die Interessen der Zunft, der Producenten, wurden gewahrt, indem
man alle Concurrenz ausserhalb derselben ausschloss; Jeder, der ein bestimmtes
Gewerbe trieb, musste der betreffenden Zunft angehören. Kam
fremde Waare auf den Markt, so stand der betreffenden Innung die Prüfung
derselben zu. Die Zünfte also besorgten die Marktpolizei. Um eine
Zunft gegen die Concurrenz der anderen, namentlich der einer verwandten
(z. B. die Riemer gegen die Sattler) zu sichern, waren die Wirkungskreise
peinlich genau abgegränzt. Aber auch die einzelnen Zunftangehörigen
wurden vor einander geschützt und Bestimmungen getroffen, dass
die Concurrenz nicht dem Einen auf Kosten des Andern zum Nutzen gereiche;
denn Jeder war Mitglied der Zunft mit gleichen Rechten und
Pflichten, und Jeder hatte denn auch den Anspruch auf Schutz. Wir finden
hier den diametralen Gegensatz zu dein heute geltenden Princip. Strenge
verboten war, dass Einer dem Andern einen Gehilfen abwendig machte; auch
waren der Arbeitslohn und die Gesellenzuhl, die Zahl der Webstühle, der
Arbeitsräume und die Menge des zu verwendenden Rohrnaterials, welches
die Zunft en gros einkaufte, fixirt. Hinderten diese Bestimmungen die
Reicheren, ihr Geschäft zum Nachtheil der Aermeren auszudehnen, so
wurde durch andere auch der übergroße Eifer eingedämmt, damit der
Mittelmäßige nicht durch die Strebsamkeit des Begabten und Fleißigen
zu Schaden kam. Zu diesem Zwecke wurde verboten, an Sonn- und Feiertagen
oder bei Licht zu arbeiten und damit zugleich ein Normalarbeitstag
festgesetzt, denn auch im Sommer musste die Arbeit um fünf Uhr Nachmittags
eingestellt werden. Compagniegeschäfte von Zünftigen untereinander
oder gar mit Personen, die außerhalb des Handwerkes standen, waren auf's
strengste verpönt. .
Andere Bestimmungen erfüllten den zweiten Zweck: den Schutz
der Consumenten gegen schlechte Waare und Uebervortheiluug. Sie betrafen
die Güte des Rohmaterials, über welche detaillirte Kriterien angegeben
waren; wehe dem Freiburger Gerber, der eine Haut kaufte, an der
sich noch Fleisch befand, oder gar eine Hundshaut gerbte. Damit im Zusammenhange
finden sich ungezählte technische Vorschriften, wie die
möglichste Güte der Producte zu erzielen sei; sie blieben meist Geheimniss
der Zunftangehörigen. Die Preise der Waaren wurden von der lnnung
bestimmt, welche die Erzeugnisse prüfte und mit ihrem Stempel versah;
das war eine sorgfältige Hantirung, weil dabei Ehre und Vortheil der Zunft
in's Spiel kamen. Sollte die Handhabung der Gewerbepolizei eine wirksame
sein, so musste der Zunft auch das Recht und dieGewalt zustehen, die Zuwiderhandelnden
zu richten und zu strafen. In den deutschen Städten, wo
die Zünfte zur Herrschaft gelangt waren, hatten sie denn auch die Jurisdiction
über alle Zunftangehörigen erlangt; an anderen Orten war ihr