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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 190)

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phälische Städtchen Koesfeld, unweit von Münster. Da Hofflegerk Technik eine hoch- 
entwickelte ist, welche auf eine lange Ueberlieferung schlie' en lasst, und da erfahrungs- 
gemäß solche Erscheinungen nicht vereinzelt zu sein pflegen, führt uns diese Entdeckung 
eines neuen Meisters vielleicht wiederum auf den Mittelpunkt einer lebhaften Industrie. 
deren weitere Spuren aufzufinden, neuen Ausstellungen vorbehalten bleiben muss. Denn 
nur solche Ausstellungen liefern der vergleichenden Forschung, die eintreten muss, wo die 
archivalische versagt. das nbthige Materiale, und schon dadurch allein wäre ihre auDer- 
ordentliche Bedeutung für die Wissenschaft erwiesen, mag man die Einwirkung kunst- 
gewerblicher Ausstellungen auf die Kunstindustrie unserer Zeit noch so gering anschlagen." 
(Universalrepertonnm der Kunstwerke) Die Eroßnnng eines solchen in den 
Bureaux des Ministeriums der schönen Künste in Paris (Palais Royal) kündigt Le Livre, 
Heft 3, als in der allernachsten Zeit bevorstehend an. Angelegt auf Grundlage der amt- 
lichen lnventare, französischer und ausländischer Kunstkataloge, Auctionsrapporte, Mit- 
theilungen von Künstlern und Kunstliebhabern und stets im Laufenden erhalten, wird 
diese umfangreiche Arbeit gegen 35 biographische Tabellen und etwa 400.000 Mono- 
gramme umfassen, die also, soweit dies überhaupt möglich und sozusagen von Tag zu 
Tag Aufschluss geben über den Aufbewahrungsort und den Zustand von aller Art von 
Kunstwerken alter und neuer Zeit. Auch briefliche Anfragen in der angedeuteten Richtung 
sollen in jenem Bureau Beantwortung finden. 
(Der Maler der "Haares d'une de Bretagnem) Die wunderbaren Miniaturen 
in dem genannten Gebetbuche der Nationalbibliothek zu Paris "sind besonders seit den 
tretflichen Reproductionen Curmers Weltbekannt und die Frage nach dem Schöpfer der- 
selben hat schon längst eine Reihe von Forschern beschäftigt, ohne dass selbe zu einem 
befriedigenden Resultate zu gelangen vermochten. Herr Andre Steyert in Lyon hat das 
Räthsel gelost. Er fand da den originalen Auftrag tur den Generalschatzmeister der Königin, 
dem Jean Bnurdichon, Maler und kgl. Valet de charnbre, die Summe von m50 Livres 
oder 6co Ducaten auszuzahlen, dafür, dass er wfür Unseren Gebrauch und Dienst ein großes 
Livre d'heures reich und prachtig mit Bildern geziert und iliuminirt hat, woran er viel 
Zeit und Mühe wandte-n l)atirt I4. März 1507, unterzeichnet Anna und gegengezeichnet 
von Deforest. Dieses Document ist nun ganz ausführlich und mit einem gelehrten 
Commentnr in der ersten Lieferung des heurigen Jahres in Nouvelles Archives de l'Art 
- francais veröffentlicht. 
(Römische Alterthümer.) Iine Ausstellung von hohem Interesse für alle Freunde 
antiker Kunst wird in Paris im Juli nach Schluss des diesiahrigen Salons im Palais de 
l'industrie veranstaltet werden. Dieselbe soll die Ergebnisse der Entdeckungs-Cominission, 
welche im vorigen Jahre im Auftrage der französischen Regierung Tunis bereiste, zur 
öffentlicher: Kenntniss bringen. Bekanntlich hatte dieselbe im alten Utica, welches jetzt 
Biserta heißt, zwischen Trümmern von Tempeln, Palästen und Theatern 700 Werke ro- 
mischer Kunst, namentlich Vasen, aufgefunden, außerdem 300 lnschriften. Nach der Aus- 
stellung sollen die Schätze im Louvre aufgestellt werden. 
 
(Goneursaussehreibung der Gesellschaft zur Förderung der 
Bronze- und Elsen-Kunstiudustrle.) Infolge Beschlusses der General- 
Versarnmlung vom 30. Mai 188i werden von der Gesellschaft zur Före 
derung derßronze- und Eisen Kunstindustrie folgende Preise ausgeschrieben: 
A. Für Zeichnungen zur Ausführung in Bronze. I. t. Preis 60 Gulden, 
z. Preis 30 Gulden, für eine Schreibtischgarnitur im Styl der italienischen Renaissance, 
aus folgenden Theilen bestehend: n) Schreibzeug mit z Gefäßen und einem Federträger. 
Länge des Schreibzeuges nicht über 25 Ctm ; b) Tischleuchter für eine Kerze; c) Feuer- 
zeug mit praktischer Reibvorriclttung; d) Briefbeschwerer und e) Falzmesser. ll. x. Preis 
G0 Gulden, 2. Preis 30 Gulden, für eine Standuhr nebst zweiarmiger Girandole in deutscher 
Renaissance. Die Standuhr soll 40 Ctm. Hohe haben und mit durchbrochener Ornamentik 
ausgestaltet sein, welche durch rückwärts angebrachte Majolikaplatten einen farbigen 
Grund erhält. 
B. Für Modelle zur Ausführung in Bronze. lll. r. Preis 80 Gulden, z. Preis 
40 Gulden, für eine Rauchgarnitur im Styl der italienischen Spätrenaissance, bestehend aus: 
n) Cigarrenhälter; b) Feuerzeug mit Aschenschale; c) Leuchter und d) Rsuchergefäß. 
Sammtliche vier Stücke müssen auf einer Tasse vereinigt sein, welche jedoch nicht kreis- 
rund sein darf. Die Zusammenstellung soll derart componirt sein, dass eine glückliche 
Silhouette hervorgebracht wird.
	        

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