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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 190)

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Beurtheilung. Durch obengenannte Uebungsarbeiten in der Schule und 
Ausführung der Hausaufgaben erzielt der begabte Schüler mit der Zeit 
so viel Selbstständigkeit, um sich an die Ausarbeitung größerer Compo- 
sitionen wagen zu können, deren einige, eine Speisezimrnereinrichtung und 
ein Gewölbevorbau mit Schaufensterdecoration, beides für die Ausfüh- 
rung von_Wiener Industriellen bestellt, auf der letzten Schulausstellung zu 
sehen waren. Außerdem wurde als Privatarbeit von einem der vorgerück- 
testen Schüler die Einrichtung eines renommirten Photographen-Ateliers 
(Adele in Wien) gezeichnet und deren Ausführung geleitet. Während der 
guten Jahreszeit bilden die durch die vorgerückteren Schüler ausgeführten 
Aufnahmen interessanter Kunsterzeugnisse früherer Epochen an und in 
den Kirchen und sonstigen Baudenkmalen Wiens (Gitterthore, Kapellen- 
schranken, Portale etc.) oder die Schätze der k. k. Ambraser Sammlung, 
. welche der Schule zu diesem Zwecke auf das bereitwilligste zugänglich 
gemacht sind, willkommene Erweiterung des der Schule zu Gebote stehenden 
Lehrmaterials. 
Von den seit Errichtung dieser Abtheilung an derselben ausgebildeten 
Schülern ist einer als Lehrer an der Allgemeinen Gewerbeschule in Ham- 
burg, seiner Vaterstadt, angestellt. Ein weiterer, früher bei Portois in 
Wien, jetzt in einem Möbeletablissement in Frankfurt a. M. als Zeichner 
thätig, ferner einer als Lehrer an der Fottbildungsschule in Ravensburg 
in Würtetnberg angestellt. Zwei weitere haben in Wiener gewerblichen 
Etablissements (Hoftischler Albert, Steinmetzmeister E. Hauser) Anstellung 
als Zeichner gefunden; ein sechster ist als Schlosser in das Geschäft 
seines Vaters eingetreten und ein siebenter in einem hiesigen Atelier für 
Architektur und kunstgewerbliche Entwürfe (König und Feldscharek) als 
Zeichner thätig. 
Krugauslstellung im Oeaterr. Museum. 
Von B. Bucher. 
"Krüge und krugartige Gefäße-x sehen wir heuer im Besitze jener 
Räume des Museums, in welchen während des vergangenen Sommers 
Bucheinbände versammelt waren und auf welche bereits für das kommende 
Jahr behufs einer Ausstellung zur Jubelfeier der Einführung der Buch- 
druckerkunst in Wien Beschlag gelegt ist. 
Das Wort nKrugn hat im Laufe der Zeit eine ziemlich eng begrenzte 
Bedeutung erhalten. Wir denken dabei an ein mehr oder minder hand- 
liches, mit einem Henkel versehenes Gefäß, je nach der Größe Vorraths- 
und Schöpf- oder Trinkgefäß, welches bauchig, konisch, cylindrisch ge- 
formt sein kann. Seiner Herkunft nach hat aber das Wort einen viel 
weiteren Sinn. Im Keltischer: soll es überhaupt ein vgeründetes Gefässn, 
dann einen Eimer bezeichnet haben und im Niederdeutschen lebt noch
	        

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