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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 194)

Die Sammlung besitzt einen sehr schön gearbeiteten Siegburger Krug

(Sehr. u, Nr. 30) aus weißem Steinzeug, dessen fein ausgeprägtes Ornament

 ihn von allen übrigen Arbeiten vom Niederrhein vortheilhaft auszeichnet.



Eine dem Siegburger Steinzeug in Form und Decorationsweise sehr

ähnliche Waare wurde in Raeren, Titfeld, Neudorf und Merols im 16.

und 17. Jahrhundert verfertigt. Es sind jene Erzeugnisse, die von den Franzosen

 in der Regel als wgres flamandu bezeichnet werden. Ihre Farbe ist

entweder braun oder grau oder auch grau und blau. Ein in unserer Sammlung

 befindlicher Schenkkrug, bezeichnet: nr596u, aus. grauem, braun

glasirtem Steinzeug, weist um den Bauch unter Bogenstellungen acht

Reliefgruppen von tanzenden Bauern auf und darunter die an vielen

Krügen und in mancherlei Variationen vorkommende Umschrift: wGerhet

du mus daper blasen - So dansen dei Buren als werden sie rasenu etc.

Ferner dürften hieher zu rechnen sein die in Blau und Grau decorirten

Steinzeugkrüge Nr. 32, 4, und 5, sowie drei ähnliche unnumerirte Krüge,

welche, wie der erwähnte Krug mit dem Bauerntanz, nicht Eigenthum des

Museums sind.

An Abbildungen haben wir bei Demmin") eine Vase in Grau und

Blau, und eine Kanne, welche der Verfasser dem Meister Ernst aus Raeren

zuschreibt, bei Waring") eine Kanne und einen Krug und bei Lievreai)

zwei Krüge in Betracht zu ziehen.

Eine andere Gattung von Steinzeuggefäßen wurde in dem bei Cöln

gelegenen Dorfe Frechen erzeugt. Die von dorther stammenden Arbeiten

sind meist röthlichgelb oder braun. Nach 1600, als der künstlerische Charakter

 der dortigen Fabrication schon aufgehört hatte, wurde auch graues

Steinzeug mit blauen Ornamenten verfertigt. Das Relief dieser Gefäße

verliert häufig wegen der dicken Glasur an Klarheit und Schärfe. Einen

braunen Frechener Krug aus dem Ende des 15. Jahrhunderts mit der

Umschrift: vDrink und ess Gott nit vergesse finden wir bei Demmin M),

und bei Essenwein i") wird ein wrSgBu bezeichneter Krug mit äußerst

reicher Ornamentirung Frechen zugeschrieben. In unserer Sammlung dürfen

wir vielleicht den braunen Trinkkrug Nr. 29 mit der Darstellung des

Sündenfalles in stark erhabenem Relief hieher rechnen.

Die sehr verbreiteten Rosettenkrüge und jene mit blau glasirtem

Flachnrnament, dessen Ränder scharf eingeritzt sind, stammen aus der

Gegend von Colblenz, aus dem vKannenbäckerländcherw, wo Grenzhausen

den Hauptindustrieort bildete, und wo sich bis in die Gegenwart die

") a. a. O. PI. III, Fig. 2 und 3.

") a. a. O. PI. 12, Fig. x und 3.

") Coll. Sauvageot ll. PI. 78, Nr. x und z.

ü) a. n. O. PI. III, Fig. 4.

"') a. a. O. T. C.
            
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