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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 93)

letzten hundert Jahrenm bestimmt ist. Das Gebäude liegt am östlichen

Ende zwischen dem lndustriepalaste und der Maschinenhalle zur Seite der

Ausstellung des österreichischen Ackerbau-Ministeriums gegenüber der

russischen Galerie. Nachdem im Oesterr. Museum die Vorarbeiten schon

vor Ostern geendigt waren und eine aus Damen und Herren des Comitefs

bestehende Jury zwischen denjenigen Gegenständen, die aufzunehmen,

und denjenigen, die auszuschliessen waren, mit grösster Gewissenhaftigkeit

die Auswahl getroffen hatte, wurden die Arbeiten im Pavillon selbst in

Angriff genommen, sobald der Zustand des Baues, der sehr langsam fortschritt,

 es erlaubte. ln kaum vierzehn Tagen waren sie beendigt. Es betheiligten

 sich daran vom Executiv-Comite die Damen Baronin v. Poche,

Frau Hofräthin v. Schrötter, Frau Stadler und Frau Sectionsräthin

Migerka und die Herren Sectionsrath Migerka und Regierungsrath

Falke, ausserdem die Damen Frau Baronin v. Hohenbruck und Frau

v. Enderes. Ausser den genannten Damen und Herren hatten an der

Jury, die nach den drei Gruppen der Schulen, der Dilettantinnen und der

nationalen Hausindustrie getheilt waren, noch die folgenden Mitglieder

des Comitäs theilgenommen: Frau Hofräthin v. Ficker, Frau Fürstin

Czartoryska, Frau Gräfin Dzieduszycka, Frau v. Wiener, Frau

Rosa Gerold, Frau Emilie Bach, Frau Dr. Stamm, Baronin Rodizky,

 Fräulein Hillard, Frau v. Neuwall, nebst den Herren: Schul-.

rath Schubert, Dr. Stamm und Prof. Storck.

Die Scheidung nach den Gruppen ist auch bei der Aufstellung im

Pavillon selbst eingehalten worden. Verhältnissmässig den grössten Raum

nehmen die Schularbeiten (weit über tausend Gegenstände) ein, dann

dblgen die Arbeiten der Dilettantinnen, dann die der Hausindustrie, wozu

Dalmatien (durch die dankenswenhen Bemühungen des Forstratlis Ritter

v. Guttenberg in Zara), die Bukowina (durch Herrn Zachar), sodann

Galizien (durch die Fürstin Czartoryska) und Mähren (durch Baronin

WVeber und Dr. Dudik) die meisten Beiträge geliefert haben. Mehr exceptionelle

 Gegenstände, wie künstliche Blumen, Porcellanmalereien u. dgl.

haben in einem Seitengemach Aufstellung erhalten, während die Menge

der eigentlichen Frauenarbeiten in einer einzigen, ziemlich geräumigen

und sehr gut beleuchteten Halle sich befindet. Hier steht auch der grösste

Theil jener von Sectionsrath M ige rka und Dr. Holdhaus veranstalteten

Ausstellung von Zeichnungen, Photographien und Gegenständen, welche

jegliche Betheiligung der Frauenhand an der Fabriksindustrie darstellt -

eine äusserst lehrreiche Sammlung.

Die grosse Anzahl der Arbeiten, welche eingesendet und angenommen

worden, erforderte ein ziemlich gedrängtes Arrangemement, und wenn

vielleicht nicht allen Wünschen Rechnung getragen werden konnte, so

liegt eben hierin die Ursache. Ein genauer Specialkatalog über sämmtliche

Namen und Arbeiten, von Frau v. Enderes mit Unterstützung von Frau

Hofräthin Schrötter gearbeitet und im Manuscript vollendet, wird alsbald

 im Druck ausgegeben werden. Ausserdem wird von Frau v. Enderes

 ein Bericht über die Ausstellung der Frauenarbeiten an das Unterrichtsministerium

 gearbeitet. - Das Oesterr. Museum, von dem die

Anregung zu dieser Specialausstellung ausging, wird auch später in seinen

Räumen von Zeit zu Zeit Specialuusstellungeti für Frauenarbeiten veranstalten.



(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

April von u.i45 Personen besucht.
            
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