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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 114)

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molithographie, dieser Chromolithographie, wie sie iene vier Anstalten

vertreten, dankbar sein. Wir müssen ihrer Entwicklung um so mehr

dankbar sein, als die Decoration unserer bürgerlichen Wohnungen eine

Richtung annimmt, in welcher sie Kupferstiche und ihresgleichen nicht

brauchen kann. Die breiten weissen Ränder derselben machen Löcher in

die dunklere coloristische Harmonie.

Soll hier (wir sagen nur hier, nicht überall, nicht im Allgemeinen) die

Chromolithographie als ein passender Ersatz und entsprechender Schmuck

eintreten, so muss sie allerdings nicht blos in coloristischer Hinsicht,

nicht blos mit der Kraft und Tiefe ihrer Farben genügen, sondern auch

mit ihren Gegenständen. Und in dieser Beziehung lässt sie wohl viel zu

wünschen übrig. Es ist nicht unseres Amtes, in der Kunst zu moralisiren

oder uns zu scandalisiren, aber es ist doch nicht in Abrede zu stellen,

dass die Chromolithographie in der Wahl der Gegenstände grossentheils

einem allzu populären Geschmacke huldigt und selbst auf denselben speculirt.

 Wenn der Farbendruck mehr auf die alten Bilder zurückgreifen

möchte - ich sage nicht auf religiöse Bilder, wie die vortreffliche Wiedergabe

 der Tizian'schen KirschenaMadonna von ReiEenstein ein Beispiel

ist, sondern auf mehr decorative Gegenstände, auf Thierstücke von Fyt,

Jan Weenix, auf Blumenstücke von Van Huysum, Rachel Ruysch, auf

Stillleben von Heem und Anderen - so stände ihm noch ein weites und

dankbares Feld oiien, das eine vortreßliche Quelle zur Zimmerdocoration

bildete. Ohne Zweifel wird die Zeit kommen, wo derselbe auch diesen

Weg beschreitet. Nehmen wir einstweilen das Gebotene als einen grossen

Fortschritt im Vergleich mit der Vergangenheit an.

So sehen wir, wenn wir die verschiedenen Gebiete überfliegen, die

wir besprochen haben, trotz der schweren Zeiten, trotz unserer zufälligen

und naturgemäss lückenhaften Ausstellung doch überall das Gute sich

regen und Neueres und Besseres hervortreten. Der ausgestreute Same

V geht auf. Das Alte wird vervollkommnet, neue Bahnen werden betreten,

Kunst und Technik werden erweitert. Was noch nachhinkt, was noch

unter dem alten Geiste steht, wird gerade durch den Vergleich auf dieser

Ausstellung, durch das Fiasco, das es hier macht, zur Einsicht kommen

und auf den besseren Weg einlenken. Auch solche Erfahrung ist gut. Diejenigen

 Wahrheiten sind uns die werthvollsten, zu denen wir durch

Irrthümer gelangen.

Vnrluunqen In lluseum.

Am 28. Januar hielt Herr Regierungsrath Prof. Exner einen Vortrag nnber die

vergleichende mechanische Technologie und das Kunstgewerbew. Er lenkte die Aufmerksamkeit

 seiner Horer vor Allem auf das Verhälmiss der bisher allein üblichen beschreibenden

 zur vergleichenden Technologie. Erstere hält sich streng an die Gewerbebegriife,

das heissl, sie verfoägt in den einzelnen Gewerben sämmtliche Vorgänge von der Aufündung

 des Rohslo es bis zur vollendeten Herstellung des industriellen Erzeugnisses.

Diese blos beschreibende Art hatte ihrerzeil volle Berechtigung, aber sie hat ihren Weg

nunmehr auch bereits vullführt. Mit ihrer genauen Schilderung aller Handgrife bei einem
            
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