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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 114)

Ueber die Organisation dieser Commission wird ein besonderes Reglement erlassen. 
Die Aufstellung der Werke geschieht mit Rücksicht auf die Hauptfächer der Kunst 
in chronologischer Reihenfolge. Der Katalog ist ein beschreibender und hält sich an die 
vom kunstwissenschaftlichen Congresse ausgesprochenen Grundsätze. 
(Gewerbe- und Faohsohulen.) Die Cornmission zur Leitung der Gewerbeschulen 
in Wien hat den Bericht über ihre Wirksamkeit in dem Schuljahre 1873174 verödentlicht 
und wir entnehmen demselben folgende Daten: Die gewerblichen Vorbereitungscurse 
wurden um 13 vermehrt, so dass gegenwärtig im Ganzen 28 Vorbereitungscurse mit 94 
Classen bestehen, welche von 5957 Lehrlingen besucht wurden. Die Zahl der gewerb- 
lichen Fortbildungsscbulen war 9, namlich 7 für Lehrlinge und 2 für Madchen, von denen 
die ersteren 1907 Schüler, die letzteren 31g Schülerinnen zahlten. An Fachschulen besitzt 
Wien derzeit nur Eine, nämlich die Fachschule für Manufacturzeichnung und Weberei in 
Gumpendorf. Die Zahl der Schüler betrug im veriiossenen Schuljahre in der Abtheilung 
für Weberei 94, in der Abtheilung für Manufacturzeichnen 265, also im Ganzen 35g. Was 
die finanziellen Verhältnisse der Gewerbeschulen anbelangt, so werden dieselben von der 
Commission als günstig bezeichnet. Das Gesammterforderoiss für das Schuljahr 1873[74 
betrug 80.000 G. Die Ausgaben beziilerten sich mit 67.636 fl. 97 kr., so dass sich nach 
Hinzurechnung des resultirenden Saldo's vom Vorjahre ein verfügbarer Cassarest von 
35.441 ü. 14 kr. ergab. Für das nächste Jahr sind 100.000 H. praliminirt und vom Land- 
tage genehmigt worden. 
Auch die Commission zur Leitung der gewerblichen Fortbildungaschulen 
im Gerichtsbezirke Hernals hat ihren Bericht über die Resultate des Schuljahres 1873174 
dem n. o. Landesausschusse vorgelegt. Die Zahl der an den fünf Schularten des Bezirkes 
in den gewerblichen Vorbereitungsschulen eingeschriebenen Schüler war 1583 ; dieselben 
wurden von 23 Lehrern in eben so vielen Classen und Abtheilungen unterrichtet. Am 
Schlüsse des Schuljahres waren in den Schulen verblieben: in Hernals 408, in Neulerchen- 
feld 106, Wabring und Weinhaus 185, Ottakring 360, Ober- und Unter-Dobling und 
Sievring 114„ zusammen 1:73 Schüler. in der ewerblichen Vorbereitungsschule für Wah- 
ring und Weinhaus sind von 185 Schülern 11 slavischer Nationalität. in den beiden ge- 
werblichen Fortbildungsschulen für Mädchen zu Wahring und Hernals war die Zahl der 
Schülerinnen 11 ; von denselben verblieben am Schlüsse des Jahres 75. Die Resultate, 
welche an den orbereitungsschulen erzielt wurden, bezeichnet der Bericht als sehr gün- 
stige, sowohl in Hinsicht der Frequenz als auch der Ausbildung. ln Ausführung eines 
schon im Vorjahre gefassten Beschlusses wurden zu Hernals, Neulerchenfeld und Ottakring 
gewerbliche Fortbildungsschulen für männliche Hilfsarbeiter errichtet. Die Erhaltung 
sammtlicher Schulen hatte einen Betrag von 8477 ü. beansprucht und verfügte am Jahres- 
schlusse die Commission noch über eine Summe von 6510 fl. Der Voranschlag für das 
Schuljahr 1874175 präliminirt die Erhaltungskosten mit 12.739 11., und haben hiezu der 
n. d. Landesfonds 1600 8., die Handels- und Gewerbeltammer und die Gemeinden je 
1500 B. und die Gewerbetreibenden 4000 (i. beizusteuern. 
Se. Exc. der Herr Handelsminister hat die Verfügung des Gemeinderathes, nach 
welcher Localitäten des zweiten Stockwerkes im städtischen Hause Nr. 25 der Westbahn- 
strasse für die Iachschule der Gold-, Silber- und Bronzearbeiter bestimmt 
wurden, anerkennend zur Kenntniss genommen und gleichzeitig die Kosten zur Adaptirung, 
Einrichtung und Gasbeleuchtung der neuen Schule im Betrage von ca. 4000 G. angewiesen. 
(Kaiser Fflnz Joaef-Gewerbemnseum in Olmütz.) Wir theilen unseren Lesern 
in Folgendem die wichtigsten Bestimmungen aus den Statuten dieser Anstalt mit: 
Das Gewerbemuseum hat den Zweck, als eine gemeinnützige Bildungsstätte für 
Jedermann, insbesondere für die Mitglieder des Gewerbestandes zu dienen, den Wetteifer 
der gewerblichen Arbeiter an gediegenen Mustern der Geschmacksbildung wachzurufen 
und dadurch zur Hebung und Veredlung des schaffenden Berufslebens beizutragen. 
Zu diesem Zwecke wird sich das Gewerbemuseum solche Einrichtungen geben, 
welche der öffentlichen Benutzung aller Berufsarten möglichst günstig sind, welche mit 
der dargebotenen Anschauung gelegentlich auch erläuternde Vortrage oder selbst zusam- 
menhängende Curse für Erwachsene und für die gewerbliche Jugend verbinden, welche 
das Nachzeichnen der Objecte, sowie den Gebrauch von belehrenden Schriften innerhalb 
der Anstalt gestatten und welche die eigenen Leistungen der Gewerbetreibenden zur 
Kenntnis: und prüfenden Würdigung der Besucher bringen. Das Museum wird daher im 
Wesentlichen Sorge tragen: 
a) für eine moglichst reichhaltige Sammlung von stylistischen Vorbildern auf dem 
Gebiete der Kunst und der Kunstgewerbe, in Original oder Nachbildung, in Modell 
oder Zeichnung; 
b) für wohlgewahlte Beispiele von gewerblichen Erzeugnissen aller Art mit den Werk- 
zeugen zu ihrer Hervorbringung; 
c) für belehrende Besprechungen in Wort und Schrift;
	        

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