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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 114)

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sens litteral et independamment aussi de 1a forme des lettres, se prete a

des interpretaeions talismaniques. Originairement c'est a cause de ce sens

purement mystique que les ecritures ont ete employees dans la decoration

monumentalen 1'). Jedes Wort ein Irrthum!

Untersuchen wir nun das Wesen der arabischen Schrift-Ornamentik.

Zur Charakterisirung desselben hat man zwei streng getrennte, verschiedenen

 Zeitepochen angehörende, Gruppen zu bemerken:

z. die Ornamentik in der Schrift,

2. die Ornamentik aus der Schrift.

Was die erstere anbelangt, so lernen wir in ihrem genetischen

Verfolg die Entstehung der Schrift-Ornamentik aus den sogenannten

Füllungszeichen kennen. Als nämlich im IV. Jahrhundert d. H.

(-- 10. Jahrh. n. Chr.) das Lapidare unter degenerirenden Einflüssen

durch Bildung von neuen Höhenbuchstaben in Folge schriftwidriger Verlängerung

 der mittleren Zeichen die bei deren Aufeinanderfolge entstandenen

 Lücken oder leeren Räume auszufüllen begann, um dem inschriftlichen

 Bilde ein gleichmässigeres Aussehen zu verleihen, kamen zu

gleichem Zwecke auch die von dem Schriftkörper unabhängigen Füllungszeichen,

 nämlich Sterne, Ringelchen, Blumen, Blätter oder geometrische

Figuren, immer häufiger in Gebrauch. l-liernit war der Anstoss zur baldigen

 Verschmelzung dieser Ornamente mit beiden Arten von Höhenbuchstaben

 gegeben; schon zu Beginn des V. Jahrh. d. H. (2 n Jahrh.

n. Chr.) Enden wir sie in dem Schriftkörper zu voller Blüthe aufgegangen.

 Ein Beispiel wird dies Jedem verständlich machen. Ich wähle mit

Figur r ein durch regelmässig verschlungene Linien gebildetes

Ornament, dessen Wanderung über das Gebiet der Goldenen

Horde, Persien, Syrien, Aegypten bis nach Spanien hin, von mir

bereits an einem anderen Orte besprochen wurde. Zur Erklärung seines

Aufgehens in die Schrift nehmen wir den Doppelbuchstaben Läm-Alef

in einer Form des V. Jahrh. d. H. (Figur z). Man merkt bei Betrach-X

 tung beider, sowohl des Ornaments als des Buchstaben, eine

aus ihrer Construction entspringende Neigung zur gegenseitigen

Verschmelzung, die wir auch thatsächlich in Figur 3 an Schriftdenkmälern

 finden m). Und so ergibt sich aus dem hier greifbar

dargestellten Veränderungsprocess zugleich auch die Thatsache,

ä dass dadurch den ornamental umgestalteten Buchstaben die alphabetische

 Geltung keineswegs entzogen wird.

' l. c. p. 2 .

2) So z. B.  der von mir entzifferten berüchtigten Inschrift von Radekin aus dem

Jahre 4,1l d. H. (-_- iozo n. Chr.), deren Publication im Bulletin de FAcadernie Imperiale

de sciences de St-Petersbourg soeben vorbereitet wird. Auch die Inschrift einer glasirten

Thonüiesse in Bagdad vom J. 584 d.' H. (:. X188 n. Chr.) bei Niebuhr, Reisebeschr.

ll, p. 300, Taf. XLlll, E, weist dieselbe Schrift-Ornamentik auf.
            
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