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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 130)

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denn es gibt wohl keine Gewerbeschule Mittel-Europas, an der nicht das

wlntarsienwerku oder die veingelegten Marmorarbeitenu ununterbrochen

benützt würden.

Die "Bronzen aus der Zeit der italienischen Renaissanceu gehen über

die Grenze der Schule hinaus und wenden sich in erster Linie an Künstler,

 Bronzefabrikanten und Zeichner. Es sollen für diese Kreise die Vorbilder

 gesammelt werden, welche sich in so reichem Masse in der italienischen

 Renaissance Enden. Aus diesem Grunde wurde der literarischen

Einleitung eine so grosse Ausdehnung gegeben, aus diesem Grunde wurden

 auch Werkzeichnungen aufgenommen, welche sofort benützt werden

können, so dass das Werk aus drei Abtheilungen besteht: der reich illustrirten

 kunsthistorischen Einleitung, den Tafeln und den Werkzeichnungen.

 Wir wenden uns selbstverständlich in erster Linie der kunsthistorischen

 Einleitung und den Kupfertafeln zu.

Im kunsthistorischen Texte gibt Teirich ein Bild der Entwicklung

der Plastik in Bronze sowohl in der Früh-Renaissance als in der Hoch-Renaissance

 und verweilt mit Recht mit besonderer Vorliebe bei ersterer.

Der kunsthistorische Theil umfasst 30 Folioseiten und ist rnit vierzig

meisterhaft gezeichneten Abbildungen versehen. Gibt der Text zahlreiche

Winke, welche Schriftsteller wie Künstler mit Nutzen benützen werden,

so wendet sich der beschreibende Text den Hauptgruppen der Gegenstände

 zu, welche in der Bronzeindustrie eine grosse Rolle spielen, wie

Thüren, architektonische Gegenstände, Brunnen, Candelaber, Leuchter,

Geräthe, insbesondere Carmnständer und Thiirklopfer. Dass die kunsthistorische

 Betrachtung von der gegenständlichen geschieden ist, rechtfertigt

 den Zweck des Werkes und verleiht demselben einen eigenthümlichen

 Werth. Man sieht auch, dass das Werk nicht aus doctrinären oder

gelehrten Bedürfnissen entsprungen ist, sondern der Praxis und der Einsicht

 in das, was heutigen Tages ein Künstler und ein Industrieller sucht.

Nebst dem Texte verdienen die 20 Folio-Kupfertafeln unsere besondere

 Aufmerksamkeit. Dass sie vortrefflich gezeichnet sind und dass gegen

die Wahl der Objecte kein Einwand erhoben werden kann, ist wohl

selbstverständlich. Was uns besonders freut, das ist die Zahl trefflicher

Radirer, welche Herrn Teirich und R. v. Waldheim zur Verfügung gestanden:

 die Herren Hrachowina, Fahrnbauer, Koieluch. Herrn

Hrachowina müssen wir ganz besonders hervorheben, da derselbe auch

als Zeichner in Betrachtung kommt und durch seine vortreffliche Art zu

zeichnen sich in Wien einen rühmlichen Namen erworben hat.

Die neun Detailblätter in Gross-Folio dienen praktischen Zwecken

und geben Leuchter, Candelaber, Gitter und das Piedestal einer Flaggenstange

 auf dem Marcusplatze zu Venedig.

Die Mehrzahl der sechzig abgebildeten Objecte stammt aus Venedig,

Bologna, Pavia, Florenz, Prato, Genua, Mailand, kurz denjenigen Orten,

in welchen die italienische Renaissance geblüht hat; andere Objecte sind
            
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