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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 134)

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hauptsächlich nach England verfrachtet, es gilt dieses Kupfer als das beste 
der Welt. Gold und Silber wird reichlich, wenn auch in neuester Zeit 
in geringerem Masse gewonnen. Die Production von Silbe r und Gold 
verhält sich wie S zu r. Aus dem guten japanischen Eisen versteht 
man es einen vorzüglichen Werkzeug- und Waffenstahl zu bereiten. 
Blei und Quecksilber von belebter Beschaffenheit ist in ausreichender 
Menge vorhanden. Schwefel, Arsen, Salpeter, Alaun und Koch- 
salz decken mehr als den inländischen Bedarf. Mineralquellen ver- 
schiedener Art sind vorhanden, Na p h t a und B e rn stei n werden gewonnen. 
Steinkohle tritt in mächtigen Lagern auf. Die Kohlenwerke von 
Takaschima, in der Nähe von Nanga saki, geben Gelegenheit in dieser Stadt 
eine nach europäischem Muster eingerichtete Eisengiesserei zu betreiben. 
An Wichtigkeit mit diesem Kohlenlager rivalisiren die Pe troleu mq u elle n 
bei Niigata. Besonders hervorzuheben sind die berühmten Fundorte von 
Porcellan-Erde zu Imari und Arita bei Nangasaki. Um vollständig 
zu sein, erwähnen wir noch der Bergkrystalle, Achate und sonstigen 
Gernrnen. Der zu der enormen Höhe von 425i Meter emporragende, aus- 
gestorbene Vulcan Tusi-jama, welchen der andächtige Japaner zu seinem 
Seelenheile besucht, der mit ewigem Schnee bedeckte nln begriff des 
Schönenu erinnert als weithin sichtbares Wahrzeichen an die Geschichte 
des japanischen Erdkörpers. Während Japan fast alle mineralischen 
Rohstoffe exportirt, importirt es nur Zinn und Blei aus England. 
Literatur. 
A. Hauser, Styllehre der architektonischen Formen des Alter- 
thu ms. Wien, Hölder. 
Das vorliegende Werk ist der erste Theil der t-Styllehre der architektonischen 
Formen des Alterthums. des Mittelalters, der neuen Zeit und der kunstgewerblichen 
Formen aller Zeiten- Für die Kreise des Oesterr. Museums hat dieses Werk eine ganz spe- 
cielle Bedeutung, denn es geht aus der Erkenntniss von Bedürfnissen hervor, welche die 
Frucht einer langeren Erfahrung auf dern Gebiete des kunstgewerblichen Unterrichts ist. 
So ausgezeichnete Werke es gibt vom Standpunkte der strengen Wissenschaft und vorn 
Standpunkte der Architektur, fehlt es doch vollständig an einem Werke, welches den Be- 
dllrfnissen der Schulen, und insbesondere der gewerblichen Schulen, entsprechend scheint. 
Zum Theil sind die verbundenen Werke zu theuer, zum Theil auch setzen sie Leser 
voraus, welche vermöge ihrer wissenschaftlichen und künstlerischen Vorbildung nicht in 
dem Kreise der Zöglinge einer Kunstgewerbeschule gesucht werden kennen. Wir begrussen 
daher dieses Werk mit aufrichtiger Freude als ein Werk, das im wahren Sinne des 
Wortes positiv aus den gefühlten Bedürfnissen nicht blos jener unserer Schule, sondern 
auch jenes Kreises der Schulen und Kunstindustriellen hervorgegangen ist, die bisher nicht 
befriedigt werden konnten. Dass es möglich war, das Buch so glänzend auszustatten und 
zu gleicher Zeit auch so wohlfeil im Mchhandel zu btingen, ist ein specielles Verdienst 
des Unterrichtsministeriums, welches im wuhlverstandenen Interesse der Fachschulen die 
Mittel wenigstens theilweise zur Verfügung gestellt hat; denn dieses Werk hat t4z Seiten 
mit 173 Origmal-Holzschnittcn, und kostet im Buchhandel nicht mehr als Einen Gulden. 
Es ist daher auch den unbeanitteloen Schülern möglich, sich dasselbe anzuschaffen Was 
den Inhalt betrilfg so wird Niemand, der die Arbeit durchgesehen hat, leugnen, dass sie 
klar, positiv, übersichtlich und praktisch und daher gleiebmässig geeignet ist, zum Selbst- 
studium, sowie als Handbuch für den Kreis der Lehrer. Wir zweifeln nicht, dass es sich 
sehr bald Bahn brechen wird. Der unermüdlich thatige Verfasser, Prof. Hauser, ist eben 
im Begriff, jenen Theil, welcher die Renaissance behandelt, a-ls auch jenen Theil, welcher
	        

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