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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 202)

174-Privaten,

 welche ihre Schätze an Wiener Drucken dem Ausstellungscomite

und dem Museum zur Verfügung gestellt hatten. Er hob die Förderung der

Buchdruckerkunst und der verwandten Fächer durch die österreichischen

Regenten hervor und schloss mit dem Wunsche, dass die Wiener Buchdruckerkunst

 immer Hand-in Hand gehen möge mit den zeichnenden Künsten,

 um stets in Typenform und Ausstattung der Bücher ihrer Vorgänger

würdig zu sein, deren Werke die historische Ausstellung zieren. Sodann

wurde diese Ausstellung durch die Festgäste eröffnet. Am folgenden Tage

vereinte ein großartiges Fest in den Gartenanlagen der Neuen Welt in

Hietziug etwa 10.000 Fachgenossen und ihre Freunde, und Montag fanden

die Festlichkeiten ihren schönen Abschluss dadurch, dass Se. Majestät der

Kaiser die Ausstellung mit seinem Besuche beehrte.

Es waren Tage weihevoller Anerkennung für Gutenberg und die

Buchdruckerkunst. Der Festesinbel ist verklungen, aber die Freude kann

noch wochenlang stets erneuert werden durch den Besuch der historischen

 Ausstellung von Wiener Druckwerken, für welche die Direction

des Museums mit Zustimmung des Protectors, Sr. kais. Hoheit Erzherzog

 Rainer, zwei der größten Säle zur Verfügung gestellt hatte.

Das Zustandekommen der Ausstellung ist dem Entgegenkommen, Allen

voran Sr. Majestät des Kaisers für die Familien-Fideicommiss-Bibliothek,

die k. k. Hof-Bibliothek und die k. k. Kupferstichsammlung, sodann

des Unterrichtsministeriums bezüglich der k. k. öEentlichen Bibliotheken,

ferner der meisten großen Klüster, der Commune Wien, der Nationalbibliothek

 in Budapest und zahlreicher Privatsammler zu danken. Aus dem

Auslande verdient neben der Universitätsbibliothek in Breslau besonders

die k. Hof- und Staatsbibliothek in München wegen ihrer Liberalität, wie

solche nur selten zu finden ist, hervorgehoben zu werden. Nur so wurde

es möglich, dass der Ausstellungskatsalog, eine Musterleistung von Dr. Wilh.

Haas, Amanuensis der Wiener Universitätsbibliothek, über 1000 sehens:

werthe Objecte namhaft machen kann. Dr. Haas hat den wesentlichsten

Antheil am Zustandekommen der Ausstellung; er hat fast allein die Riesenarbeit

 durchgeführt, das Büchermateriale zusammenzubringen, und seine

Rastlosigkeit ermöglichte es, dass der Katalog bereits bei der Erötfnung

der Ausstellung ausgegeben werden konnte. Neben ihm bildeten das Subcomite

 für diese Ausstellung unter dem Obmanne Hofrath R. v. Eitelberger

 die Herren: Ed. Chmelarz, Custos am k. k. Oesterr. Museum,

Dr. A. Göldlin v. Tiefenau, Scriptor der k. k. Hofbibliothek, Dr. A.

Mayer, Secretär des Vereins für niederösterreichische Landeskunde,

Franz Schestag, Custos der Kupferstichsammlung des allerhöchsten

Kaiserhauses. Das Arrangement der Bücher in den Kästen besorgte Herr

Franz Ritter, Bibliotheksbeamter des k. k. Oesterr. Museums, das der

technischen Abtheilung der k. k. Hof- und Staatsdruckerei deren lnspector,

Herr Raimund Lauter.
            
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