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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 202)

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haltniss der Schule nach Außen zu richten und ist verpflichtet, an den vom Unterrichtsministerium

 angeordneten Berathungen Theil zu nehmen und bei der Leitung der Abgangsprüfungen

 an den höheren Gewerbeschulen mitzuwirken. Jede selbständige Lehranstalt

muss innerhalb dreier Jahre von einem der lnspectoren wenigstens einmal besucht werden ;

die Visitation kann aber, wenn aie vom Unterrichtsministerium für nothig erkannt wird,

auch in kürzeren Zeitraumen, selbst mehrmals: in einem Jahre stattfinden. Von Antritt,

Richtung, Zeitdauer jeder lnspectionsreise ist dem Unterrichtsministerium Meldung zu

machen und dessen Genehmigung und eventuelle Weisungen abzuwarten. Langstens

14 Tage nach beendeter Bereisung ist dem Ministerium der Reisebericht zu erstatten.

Jeder lnspector kann seine Wahrnehmungen über Schulangelegenheiten welcher Art immer

beim Ministerium vorbringen und daran Anträge knüpfen. Alle lnspectoren sind verpliichtet,

an den vom Ministerium angeordneten Berathungen über Ausarbeitung von Lehrplänen,

Wahl, BeschalTung und Herstellung von Lehrmitteln und ähnliche Gegenstände des Unterrichtes

 Theil zu nehmen, Gutachten abzugeben und über besondere Weisung bei den

Abgangsprufungen an den höheren Gewerbeschulen mitzuwirken.

(Der Votivaltar in der Sohottenklrohe in Wien.) Bald wird

unsere Stadt um ein hervorragendes Kunstwerk reicher sein, nämlich den

großen Votivaltar zum Andenken des verstorbenen Prälaten Helferstorfer

in der Schottenkirche. Der Entwurf zu dem Altarwerke, im Renaissancestyle,

 ist ein Werk des Architekten der Votivkirche, Oberbaurath Heinrich

 Freiherr von Ferstel. Das Altarwerk wird in Marmor, das Altarbild

selbst, über i5 Fuß hoch und gegen 7 Fuß breit, in Mosaik ausgeführt.

Die Zeichnun des Cartons wurde dem Professor an der Kunst ewerbe-.

 5 . . g.

schule, Michael Rieser, übertragen, einem Künstler, dessen Richtung

wie geschaffen ist zur Entwerfung eines stylvollen Mosaikbildes. Die Ausführung

 in Mosaik hat J. Neuhauser in Wilten bei Innsbruck übernommen.

Es gereicht dem gegenwärtigen Prälaten des Schottenstiftes, P. Hauswirth,

zu hoher Ehre, die Mittel zur Herstellung eines solchen Kunstwerkes

geboten zu haben.

Bei diesem Anlasse wollen wir noch erwähnen, dass in der Neuhausefschen

 Mosaikanstalt als Pendant zu der bereits in Mosaik ausgeführten

 v-Poesiei- jetzt die v-Religionit nach dem Deckenbilde Raphaels

in der Stanza della Segnatura in Rom, in Arbeit ist. Beide Mosaikbilder

sind für das Oesterr. Museum bestimmt.

(Ausstellung in Gablonz.) Auf Anordnung des k. k. Ministeriums für Cultus und

Unterricht findet gelegentlich der Erotfnung des von der Gablonzer Gemeinde für die

dortige Fachschule neu erbauten Schulhauses in den Räumen desselben eine Ausstellung

von Quinquaillerie-Gegenständen und auf die Erzeugung derselben Bezug nehmenden

Maschinen statt. Diese Ausstellung beginnt am a. Juli und soll bis Anfangs August dauern.

Das Oesterr. Museum hat alle seine für die dortige lndustrie interessanten Obiecte und

eine große Zahl von Musterblattern dahin entsendet, und ebenso betheiligen sich das

Orientalische Museum und eine Anzahl Wiener industrieller an dieser Ausstellung. Von

Seite des Museums wurde Herr J, Folnesics mit der lnstallirungsarbeit betraut.

Bei diesem Anlasse erwähnen wir, dass von Seite des Oesterr. Museums in jüngster

Zeit die Ausstellung des mdhrischen Gewerbemuseums in Brünn und die gewerbliche

Abtheilung der Ausstellung in Pilsen mit einer entsprechenden Auswahl von kunstindur

striellen Gegenständen aus den Sammlungen des Museums beschickt wurden, und dass

gegenwärtig die Vorbereitungen zur Betheiligung an der Triester Ausstellung in umfassender

 Weise getrolfen werden.

(Goldfiiden der mittelalterlichen Brocatweber.) Unter dem

etwas pompösen Titel: "Das Mysterium Cyprium auri filatiß bringt die

wAugsburger Allgern. Zeitungu, Nr. i7o vom i9. Juni i88z, die angeblich

neue Entdeckung der wahren Beschaffenheit der mittelalterlichen Goldfäden.

Wir entnehmen diesem Artikel folgende Hauptstellen:

"Dr. W. v. Miller und Dr. C. O. Harz, Beide Docenten an der technischen

Hochschule in München, haben in den letzten Monaten durch gemeinschaftliche eingehende

 Untersuchungen an einer großen Zahl von Originalgeweben aus den verschiedenen

 Jahrhunderten des Mittelalters durch chemische Analysen und mikroskopische
            
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