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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 204)

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darauf, die Resumes der einzelnen Theile hier anzuführen. Nach ausführlicher

 Darlegung der chemisch-technischen Untersuchungen, welche

an solchen Mineralmalereien vorgenommen wurden, und nach dem Hinweis

 auf die treffliche Erhaltung vor Jahren ausgeführter Wandgemälde

erwähnt Dr. Lietzenmayer auch verschiedene sehr rigorose Prozeduren,

welchen solche Bilder von ihm ausgesetzt wurden: längeres Einlegen in

heißes oder kaltes Wasser, Bürsten mit Wasser, Alkalien und verdünnten

und selbst concentrirten Säuren. Schließlich kommt er zu der Ueberzeugung,

 dass mittelst der neuen Malart Wandgemälde hergestellt

werden können, welche, die richtige und gewissenhafte Ausführung

 vorausgesetzt, geeignet sind, der Witterung in

jedem Klima dauernden und größten Widerstand zu leisten.

Diesem Urtheile schließen sich die Architekten Schmidt und Hasselmann

vollinhaltlich an.

Auch die Maler Lindenschmit, Müller und Max sprechen sich mit

der vollsten Ueberzeugung dahin aus, dass es Herrn Keim vollständig

gelungen ist, das schon in der Stereochromie angestrebte

und tlieilweise auch schon erreichte Problem, ein Verfahren

aufzufinden, das bei der größten Leichtigkeit in der Ausführung vollkommen

 wetterbeständige, jedem Klima trotzende Wandgemälde liefert,

endgiltig zu lösen. Die Reichhaltigkeit der Farbenscala ist eine große,

und ist hier das höchste Licht des Frescobildes, sowie eine bedeutende

Tiefe und Wärrne der Schatten erreichbar, wie durchaus auch kein Mangel

an brillanteren Farben ist. Ebensowenig tritt durch das Fixiren die geringste

 Nuanceänderung ein, welche die Harmonie und Stimmung des

Werkes stören könnte. Dabei ist die Technik so einfach und leicht,

dass sich jeder Künstler in kürzester Zeit eine beliebige,

seiner individuellen Anschauung entsprechende Technik

selbst bilden kann. '

Die Direction des Oesterr. Museums ersuchte den Professor der

Chemie an der Wiener technischen Hochschule, Reg.-Rath Dr. A. Bauer,

um eine Aeußerung über das Gutachten der Münchener Akademie, und

wir geben nun im Folgenden den Inhalt von dessen Antwortschreiben:

vDRS Malverfabren des Herrn Keim besteht im Wesentlichen in einer

verbesserten Methode der bekannten stereochromischen, Malerei, die seinerzeit

 von Fuchs und Schlötthauer angegeben und namentlich durch W. v.

Kaulbach in die Praxis eingeführt wurde.

Keim widmet, nach den Angaben des vorgelegten Gutachtens, der

Herstellung des Untergrundes und Malgrundes eine ganz besondere Sorgfalt,

 welche sich zunächst auf die Wahl und die Reinheit der Rohmaterialien

 bezieht. Er verwendet statt Doppelwasserglas das Kaliwasserglas,

und benützt für den eigentlichen Malgrund zum Theil andere Materialien,

als man früher benlitzte, nämlich: Quarz und Marmorsand, dann Infusorienerde

 und Aetzkalk, der mit reinem, destillirtem Wasser gelöscht wird.
            
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