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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 205)

durch kräftiges Kneten und Zusammenschlagen - eine mühsame Handarbeit

 - von Luftbläschen befreit und ihr damit die höchste erreichbare

Homogenität ertheilt. Sie ist nun zur Verarbeitung bereit.

(Schluss folgt.)

Die keramische Abtheilung im Oesterr. Museum.

Von J. Folnesics.

(Fortsetzung)

Wie Rouen und Nevers, so hat auch Moustiers einen eigenartigen

künstlerischen Charakter in der Fayencefabrication entwickelt, und auch

hier lassen sich mehrere Perioden unterscheiden. Von dem Begründer

dieser Industrie, Namens Clerissy, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts

 thätig war, sind keine Arbeiten erhalten. Von 1686 an tritt

aber ein Verwandter desselben, Pierre Clerissy, mit Leistungen hervor,

die bereits eine hohe Stufe der Entwicklung bezeichnen. Ein Beispiel

solcher Art ist ein bei Ris-Paquot 1) abgebildetes Becken, im Inneren

bemalt in Blau mit der Darstellung eines Stierkampfes nach Tempesta,

außen mit zierlichen Ornamenten versehen, welche auf Originale französischer

 Kleinmeister hinweisen. Diese Zusammenstellung ist typisch für

die älteren uns bekannten Fayencen von Moustiers. Jagden, biblische oder

historische Darstellungen, die besten gemalt von Gaspard Viry, füllen

die Mitte, während der Rand mit den erwähnten anmuthigen Ornamenten

verziert ist").

Später traten auch an die Stelle der Mittelbilder ornamentale Compositionen

 namentlich nach Berain, und bezeichnen diese Arbeiten die

zweite Periode in der Fayence-Fabrication von Moustiers, zugleich aber

auch den Höhepunkt derselben in künstlerischer Beziehung. Unsere

Sammlung weist einige Originale und mehrere Nachbildungen solcher

Art auf, und zwar gehören die Schüsseln und Teller in Schr. 14, Nr. to,

n, 15, I6 und 3x hieher. Sämmtliche Stücke sind unbezeichnet und

zeigen eine sehr verschiedenartige Glasur. Während das weiße Email

Ader vier erstgenannten etwas gegen Blau, Grün oder Rosa hinneigt,

sehen wir an dem Teller Nr. 3x eine glasartige, dem Porzellan sehr

ähnliche Oberfläche, wie sie bei Fayencen von Moustiers gegen Ende

der zweiten Periode häufig angetroffen wird, und kam hier neben dem

sonst in jener Zeit allgemein üblichen Blau der Bemalung noch etwas

Orangegelb und Grün in Verwendung, welch" Letzteres durch Mischung

von Gelb und Blau entstanden ist. Die Mitte dieses Tellers ziert die

Darstellung einer Schäferscene. Alle übrigen Stücke sind blos blau bemalt

') Hist. gän. pl. 1x6.

') Siehe Ris-Paquot a. a, O. pl. IZI.
            
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