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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 205)

Die letzte von den hervorragenden und tonangebenden Fayencefabriken

 Frankreichs ist die von Straßburg. Hier ließ sich Carl Hannong

aus Maestricht nieder und gründete im Jahre 1710 eine Fabrik, deren

Producte bezüglich ihrer Decorationsweise in Scharffeuer und Muffelfarben

 zwischen den echten Fayencen und dem Porzellan die Mitte halten.

Die Verzierung besteht hauptsächlich in breit behandelten Blumen, die

sich durch ein brillantes Roth, womit häuhg auch der Rand decorirt ist,

und intensives Grlin auszeichnen, während das glatte, tadellose Ernail,

die feine Masse und die eleganten Formen diese Erzeugnisse zu den beliebtesten

 und geschätztesten Fayencen Frankreichs erhoben. 1724. hatte

der Ruf der Straßburger Fayencen schon eine solche Höhe erreicht, dass

Hannong mit Erfolg eine zweite Fabrik in Hagenau errichten konnte.

Beide Fabriken gingen später auf seine Söhne und von diesen, nach

mehrfachen Zwischenfällen, auf seine Enkel über, bis sie r78o aufgelöst

wurden.

Exemplare aus der ersten Zeit des Bestandes der Straßburger Fabrik

sind sehr selten. Einen großen Teller von Paul Hannong, dem Sohne

des Begründers, finden wir in Sehr. 14, Nr. 24. unserer Sammlung. Er

ist mit der entsprechenden Marke bezeichnet, und zeigt neben den üblichen

Blumen ein Wappen auf dem Rande. Zwei Teller, Nr. ig und 25, bezeichnet

 nH 39a, dürften dem Enkel Josef Hannong zuzuschreiben sein.

In der Art der Straßburger Fayencen, vielleicht auch echt, aber unbezeichnet,

 sind die Blumentöpfe Nr. 2 und 8, 18 und 26, das Schreibzeug

Nr. 6 und ein Uhrständer Nr. 4. An hiehergehörigen Abbildungen haben

wir, bei Ris-Paquot drei Fayencen von Paul Hannong 15), zwei von

Josefw), und drei gewöhnlicher Farbe, welche nicht näher bestimmbar

sind "'). Weitere Beispiele letzterer Art finden wir auch bei Demmin m)

und Mareschal"). (Fortsetzung folgt.)

Katalog der verkäuflicher Gypsabgüsse des k. k. Oesterr. Museums.

(Fortsetzung)

(Vergl. Nr. x92 der nMittheilungeruj)

Nr. II. kr.

827 En elskupf von Paul Strudel, von der Dreifaltigkeitssäule am Graben inWien

(IÖäO-lßgo), 35 Ctm. hoch .. . . 3 _

828 Engelskopf, desgL, 35 Ctm. hoc . ..

829 Zwei sich küssende Engelsköpfe, dcsgL, 35 Ctm. hoch.

830 Schwebender Engel (Kind), desgL, I Meter hoch . . . . ..

  



w) A. a. O. p]. m7 u. im.

") A. . O. pl. xll.

") A. O. pl. m8 u. 10g.

ß) A. . o. P1, 35.

") A. . O. pl. 62-70.

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