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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 210)

3459 ,

das delische und das äginetische Erz. Er fügt hinzu, dass die Künstler

diese Bronze durch die Mischung des Kupfers mit Gold, Silber oder Zinn

erhielten, je nach den verschiedenen Verhältuisszahlen verschieden. Clarac

nennt das unter dem Namen aurichalcum (Couleur de Chrysocale) bekannte

 Erz eine Mischung desselben mit Gelamina oder Zinkoxyd, wodurch

die Bronze Goldfarbe und größeres Gewicht erhalten habe. Offenbar eine

sehr unbestimmte Angabe. _

Ein sehr gelehrter und bedeutender Künstler nennt in seinem Artikel

über die Bronze [Dictionnaire de Pacademie des beaux-arts] folgende

Verhältnisszahlen für die Mischung: Egyptische Bronze: Kupfer 85'555,

Zinn 14:15. Griechische Bronze [durchschnittlich]: Kupfer 9370, Zinn 6'3o.

Römische Bronze: Kupfer 78'535, Zinn zro5. Bronze der Brüder Keller,

welche die Statue Ludwigs XIV. auf der Place Vendöme gegen Ende

des 17. Jahrhunderts gegossen haben: Kupfer gröo, Zink 533, Zinn F70,

Blei F37. Glockenmetall: Kupfer 75, Zinn 25.

Kehren wir zu den Florcntinern zurück, so kann man nicht zweifeln,

dass ihre Mischung außer Kupfer (rame) und Messing (ottone) etwas

Zink (gelamine) und eine weitaus geringere Menge Zinn (stagno) enthalten

habe. Fragen wir aber nach den Verhältnisszahlen, so gewinnt es den

Anschein, als hätten die Künstler aus ihrem Verfahren ein Geheimniss

gemacht. Vielleicht hat man sich einfach dem Handwerksbrauche angeschlossen,

 einer Tradition, welche weder bestimmte Regeln, noch festgesetzte

 Verhältnisse kennt; vielleicht auch hatte jede Werkstätte ihr

eigenes Geheimniss und trug Sorge, dass es gewahrt blieb. Die Erzählung,

 wie Benvenuto Cellini in seiner Verzweiflung die Zinnschalen in den

Gießofen warf, aus dem sein Perseus herauskommen sollte, ist bekannt.

Wir erfahren weiter, dass P. Partigiano zum Gusse der Domthüren von

Pisa die Bronze der bei der Feuersbrunst geschmolzenen Glocken modificirte

 und benützte.

Es scheint sonach glaubwürdig, dass sich die Florentiner keiner

Mischungsformel bedient haben und dass das Geheimniss ihrer Legirung

nie verloren gegangen ist, weil es wahrscheinlich gar nicht existirt hat.

(Foucques sagt, es sei wahrscheinlich, dass sich die Mischung der

Florentiner von jener der Brüder Keller nicht viel unterschieden habe.

Diese besteht aus 90 Theilen Kupfer, 7 Theilen Zink, 2 Theilen Zinn

und l Theil Blei; doch ist das eine bloße Vermuthung.)

Il. Von der Patina.

lst die Patina, jene leichte, bald grüne, bald röthliche Schicht, welche

die Oberfläche der Statuen und Bronzemonumente bedeckt, durch natürliche

 Oxydation des Kupfers entstanden? Ist sie eine Folge der Vollendung

 in der Mischung, oder kann sie auch künstlich erzeugt werden?

Es kann kaum zweifelhaft sein, dass es eine natürliche Patina gibt,

und eine auf künstlichem Wege hervorgebrachte. Die natürliche Oxydation
            
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