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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 210)

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Th. von Karajan, Fruhwirth repräsentirt ist. Mit dem Hause

Artaria kam er in häufige Berührung; die meisten Käufe für die

Hauslab'sche Sammlung gingen durch die Hände A. Artaria's, der

bekanntlich selbst auch einer unserer kenntnissreichsten Kunstliebhaber

 ist. In Naturwissenschaften war Hauslab von Mohs und

Meißner beeinHusst; neben Aime Boue war er einer der gründlichsten

 Kenner der heutigen Türkei.

Sein Vater war Tischler; die Handfertigkeiten, welche er

besaß und seine Liebe zum Handwerk hatte er den häuslichen

Uebungen in der Werkstätte seines Vaters zu danken. Noch war

der Tisch in seinem Besitz, den er selbst in seiner Jugend angefertigt

 hatte. Er war ein lebendiges Beispiel, dass die in der

Jugend erworbenen Handfertigkeiten die Liebe zu Kunst und

Kunsttechnik großziehen.

Sein Streben nach allgemeiner Bildung und nach Vielseitigkeit

 brachte es mit sich, dass einige seiner literarischen Arbeiten

den Eindruck machen, als stammten sie von einem gelehrten Autodidakten

 her. Dagegen gibt es viele Gebiete, auf welchen er als

Fachmann zu sprechen berechtigt war. Er besaß ein außerordentliches

 Talent für Zeichnen und Sprachen, war auch vieler Sprachen

kundig und kannte nicht bloß die modernen Cultursprachen, sondern

 auch türkisch und russisch.

Ueberall. wo er gewirkt hat, in Petersburg wie in Constantinopel,

 hat er sich rasch Freunde erworben durch die Liebenswürdigkeit

 seiner Erscheinung, durch seine humane Gesinnung

und durch seine vielseitige Bildung. ln dieser Hinsicht war er den

meisten Kunstliebhabern seiner Zeit überlegen.

Seine eigentliche Wohnung war sehr bescheiden; er lebte

in jenen Gemächern, in welchen seine Sammlungen aufgestellt

waren. Wenn man von seinen Sammlungen spricht, so hat man

eigentlich viererlei Arten von Sammlungen zu beachten, die er

angelegt hatte, u. zw. seine Bibliothek, dann eine Sammlung

von Costümblättern, die er allen Künstlern mit der größten

Liberalität zur Verfügung gestellt hat, ferner eine Sammlung karto--graphischer

 Werke und eine außerordentlich reiche Sammlung

illusrrirter historischer Flugblätter. Ich kenne diese

Sammlung ziemlich genau, da ich dieselbe vor mehr als dreißig

Jahren zu katalogisiren versucht habe. Sie ist seither allerdings

namhaft erweitert worden und jetzt für jeden, der sich mit Culturgeschichte

 beschäftigt, von größter Bedeutung. Einige Glanzpunkte

derselben sind allen Sammlern bekannt, so die 50 Blätter von
            
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